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Vivelacar vermittelt Autos im Abo – und kommt mit der Nachfrage nicht hinterher

Das Stuttgarter Startup Vivelacar vermittelt Autos von Händlern und kümmert sich um die gesamte Abwicklung. Mit dieser Idee steht es kurz vor der nächsten Finanzierung.

Die einen wollen alle paar Monate ein neues Fahrzeug testen, andere suchen kurzfristig ein Auto ohne langfristige Vertragsbindung. Mit einem Abo kann man je nach Anbieter beides haben. Während fast jeder Autohersteller mittlerweile sein eigenes Abo-Modell anbietet, haben Händler damit zu kämpfen, dass die Fahrzeuge in den Ausstellungsräumen herumstehen und an Wert verlieren. Ein Startup aus Stuttgart will das ändern und arbeitet darum direkt mit Händlern zusammen.

Vivelacar greift dafür auf neue oder gebrauchte Bestandsfahrzeuge zurück. Das im März dieses Jahres gestartete Unternehmen muss dafür, ähnlich wie Flixbus, kein einziges Fahrzeug selbst anschaffen. Es kümmert sich um die Zustellung, Versicherung und Wartung. Der Abonnent bekommt alles in einem Preis abgebildet und muss nur noch selbst tanken oder laden. Sowohl Privatleute als auch gewerbliche Kunden sollen den Service nutzen. Wie viele Abos bislang vermittelt wurden, möchte Mitgründerin Florine von Caprivi nicht verraten. Nur so viel: Jeden Tag werden mehrere Abos abgeschlossen.

Der Preis richtet sich nach dem Fahrzeugmodell, dem Zustand und nach den Kilometern, die gefahren werden. Vivelacar bietet hierfür sechs Abo-Größen, die sich nach den Kilometern richten. Eine Mercedes A-Klasse kostet beispielsweise monatlich für maximal 200 Kilometer 340 Euro, für 2.500 Kilometer rund 660 Euro. Der Kunde hat eine Kündigungsfrist von drei Monaten, bevor sich das Fahrzeug wechseln lässt – ohne Vertragslaufzeit. Das Kilometer-Paket kann monatlich angepasst werden.

Der Wertverlust eines Fahrzeugs hängt unmittelbar mit den gefahrenen Kilometern zusammen. Vivelacar zahlt dem Händler einen festen Betrag für den Wertverlust des Autos, zugleich kommt es auch für die Steuer, Wartung und Versicherung auf. Das Startup deckt alle Kosten ab, die rund um das Fahrzeug entstehen. Es verdient an der Marge dieser Dienstleistung. Außerdem bekommt es einen Cent pro gefahrenem Kilometer.

Die nächste Runde steht an

Ein Vorteil für den Kunden: Die Bandbreite an Marken und Fahrzeugtypen ist größer als beim Wettbewerb. Neben Benzinern sind auch Elektrofahrzeuge und Transporter dabei. Zum Vergleich: Das Startup Cluno setzt auf eine eigene Fahrzeugflotte, wofür unter anderem sehr viel Kapital erforderlich ist. Faaren bietet ein vergleichbares Modell wie Vivelacar an und arbeitet ebenfalls mit Händlern zusammen.

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Vivelacar-Gründer Mathias Albert hat sein Unternehmen zunächst aus seinem Privatvermögen aufgebaut. Später habe es eine siebenstellige Finanzierung von Vector Ventures mit dem Land Baden-Württemberg gegeben. „Wir stehen kurz vor dem Closing der Seed-Runde“, sagt Albert zu Gründerszene. Mehrere Millionen Euro sollen dieses Mal zusammenkommen.

Albert zufolge mangele es an Fahrzeugen, weil die Nachfrage größer sei als es der Bestand an angebundenen Händlern derzeit zulasse. Nach eigenen Angaben führt das Startup mittlerweile rund 700 Fahrzeuge auf seiner Plattform, etwa 100 Händler sind angebunden. Im kommenden Jahr soll das Geschäft in Österreich ausgerollt werden und weitere Händler hinzukommen. In der Schweiz sei zudem ein Premium-Angebot als White-Label-Lösung geplant. Derzeit sollen 26 Mitarbeiter für das Startup arbeiten.

Bild: Vivalacar

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