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Mit Wasserstoff-Autos könnten sechs Milliarden Euro gespart werden

Ist Wasserstoff im Elektroauto doch die bessere Alternative zur Batterie? Die Elektromobilitäts-Studie der ADAC-Stiftung liefert Zahlen.

Sechs Milliarden Euro ließen sich pro Jahr sich einsparen, wenn neben dem Ausbau der Stromnetze in die Wasserstofftechnologie investiert würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von der ADAC-Siftung in Auftrag gegeben wurde (Link zur Studie).

Die Prognose geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 in Deutschland insgesamt 500.000 Pkw mit elektrischem Antrieb unterwegs sind. Bis 2022 soll sich diese Zahl verdoppeln. Und bis 2050 sollen die 40 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw emissionsfrei und klimaneutral fahren – fraglich ist allerdings, ob das ausschließlich mit batterieelektrischen Fahrzeugen gelingt, so die Stiftung. 

Die Studie untersucht, wie viel Geld bis 2050 in Infrastrukturen wie Ladesäulen, Stromnetze und ergänzend dazu Wasserstoff-Tankstellen investiert werden müsste, um diese Mobilitätswende zu realisieren. Die je nach Szenario 9,6 bis 38,4 Millionen erforderlichen Ladepunkte würden zu jährlichen Kosten von zwei bis neun Milliarden Euro führen, heißt es darin. Für Wasserstoff-Tankstellen fielen jährliche Kosten in Höhe von einer bis 3,7 Milliarden Euro an.

Dazu wurden drei Szenarien beleuchtet: einen Split von 80 Prozent batterieelektrischen (BEV) und 20 Prozent wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen (FCEV), der umgekehrte Fall sowie die Annahme, dass jeweils 50 Prozent der Fahrzeuge über Batterie- beziehungsweise Brennstoffzellenantrieb verfügen.

Kurzfristig sind Batterien billiger

Unter dem Strich bleibt mittelfristig ein leichter Kostenvorteil für einen hohen Anteil an Batterie-Pkw. „Langfristig (ab etwa 2040) führt ein relevanter Anteil an Brenstoffzellen-Pkw zu geringeren Gesamtkosten als bei einem hohen Anteil batterieelektrischer Pkw“, heißt es in der Studie. Für den Fall, dass es einen Mix aus je 50 Prozent batterie- und brennstoffzellenbetriebenen Fahrzeugen gäbe, wurde eine Kosteneinsparung von jährlich sechs Milliarden Euro errechnet.

Freilich ist offen, ob eines der skizzierten Szenarien überhaupt eintritt. Denn die Brennstoffzelle gilt bislang eher als Technologie für den Schwerlastverkehr auf der Langstrecke. Eine andere Frage ist, ob es bis zum Ende des projektierten Zeitraums den privaten Pkw in seiner heutigen Form und Stückzahl überhaupt noch gibt. Möglicherweise erledigen bis dahin Robotaxi-Flotten unsere Fahrten.

Einen Überblick über beide Technologien gibt dieses ZDF-Video aus dem Wissenschaftsmagazin Terra X, in dem Batterie- und Wasserstofftechnologie leicht verständlich erklärt werden (Link zur Mediathek).

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Bild: H2Mobility

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