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Allianz investiert 11,5 Millionen Euro in Abracar

Nach Auto1 und der Frontier Car Group gibt jetzt auch Abracar eine Millionen-Finanzierung bekannt. Das Münchener Startup will in weitere Länder expandieren.

Der digitale Autohandel boomt. Startups nehmen Verkäufern das lästige und zeitraubende Verhandeln mit potenziellen Käufern ab. Algorithmen helfen bei der Wertermittlung. Knapp 85 Milliarden Euro Umsatz sind im vergangenen Jahr allein in Deutschland auf dem Gebrauchtwagenmarkt geflossen, das Interesse der Investoren erscheint plausibel. 

Einer dieser digitalen Marktplätze ist Abracar, der jetzt eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben hat: 11,5 Millionen Euro hat das Münchner Startup in seiner A-Runde von Allianz X, der Venture-Capital-Tochter des größten deutschen Versicherers, erhalten. Das Startup will mit der Finanzierung seine Marktstellung in Deutschland ausbauen und die Expansion nach Österreich und Frankreich vorbereiten.

Allianz X hat investiert, weil das Geschäftsmodell des Startups zu ihrem Kerngeschäft passt, wie CEO Nazim Cetin erklärt. Abracar-Kunden erhalten künftig eine Gebrauchtwagen-Garantie und eine Rechtsschutzversicherung der Allianz für jeweils 60 Tage. 

Erst vor wenigen Tagen hat die Allianz ein Joint Venture mit Auto1 und der Deutschen Bank bekannt gegeben. Es soll Gebrauchtwagenhändlern bei der Zwischenfinanzierung von Fahrzeugverkäufen helfen. 

Abracar befindet sich in guter Gesellschaft: Der Marktführer Auto1 hat im Januar 2018 Kapital in Höhe von 460 Millionen Euro vom Technologiekonzern Softbank erhalten und damit eine Bewertung von 2,9 Milliarden Euro erreicht. Der kleinere Mitbewerber Frontier Car Group hat bislang 170 Millionen Euro eingesammelt. 

Täglich wechseln rund 20.000 Fahrzeuge den Besitzer, so eine Statistik des Kraftfahrtbundesamtes. Abracar konzentriert sich auf junge Gebrauchte, also höchstens sieben Jahre alte Wagen mit einer Laufleistung unter 120.000 Kilometern. Sie erzielen einen durchschnittlichen Verkaufspreis von circa 15.000 Euro, was einige Tausend Euro über dem Gebrauchtwagen-Durchschnitt liegt.

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Abracar will mit seinem Service den Aufwand für den Verkäufer gering halten. Ein Algorithmus ermittelt den Verkaufspreis. Nur zum Gutachtertermin sowie zur Fahrzeugübergabe muss der Kunde persönlich erscheinen. Den Zustand des Fahrzeugs bewerten unabhängige Gutachter. Pro Monat sind das mehr als 1.000 Autos im Wert von mehr als zehn Millionen Euro. 

Anschließend schaltet das Startup Inserate auf Portalen wie Autoscout24 oder mobile.de, in Kleinanzeigen, auf der eigenen Plattform und im eigenen internationalen Händlernetz. Die Gründer Orhan Köroglu und Sebastian Jost verfolgen zwei Jahre nach der Gründung ein Geschäftsmodell: Abracar erhält vier Prozent des Verkaufspreises als Provision. Das sind mindestens 399 Euro, höchstens aber 999 Euro. 

Update (19.06.2018): Nach Erscheinen des Artikels korrigierte Abracar frühere Angaben zu Alter der akzeptierten Autos: Das Startup vermittelt Fahrzeuge mit bis zu 13 Jahren und 200.000 Kilometer Laufleistung.

Bild: Abracar

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