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Audi bringt Carsharing-Autos zum Co-Working-Space

Mit einem stationsbasierten System will der Autobauer auf dem B2B-Carsharing-Markt punkten. Dabei setzen die Ingolstädter auf die Unterstützung eines Startups.

 

Im Co-Working Space von Rent24 in der Berliner Oberwallstraße teilen sich viele Menschen ein Büro. Wer hier arbeitet, hat sich das Sharing-Prinzip zu eigen gemacht: Regelmäßig gibt es ein Community-Frühstück. An diesem Morgen ist Jan-Hendrik Schmitt, Leiter Business Development bei Audi, zu Gast. Bei Kaffee und Croissant will er den Anwesenden ein neues Sharing-Angebot schmackhaft machen: „Audi Pool“, ein stationsbasiertes Carsharing.

Für die Beschäftigten und Mieter des Gebäudes steht ab sofort ein Audi-Fahrzeug zur Verfügung. Es parkt vor dem Gebäude auf einer extra dafür gekennzeichneten Fläche. Gebucht wird per App.

Abgerechnet wird pro gefahrener Strecke

Um die Bereitstellung und Pflege der Fahrzeuge kümmert sich Driveby. Das 2016 von Ex-Audi-Manager Timo Nührich gegründete Startup betreibt in Berlin bereits einen Freefloating-Carsharing-Service. Autos können dabei quasi überall in der Stadt abgeholt und abgestellt werden. Anders als die mächtigen Wettbewerber DriveNow und Car2Go rechnet das Startup pro gefahrenen Kilometer, nicht pro Minute.

Auch bei der Partnerschaft mit Audi Pool setzt Driveby auf das eigene Preismodell: Je nach Fahrzeugmodell fallen zwischen 89 Cent und 1,59 Euro pro gefahrenen Kilometer an. Anders als beim Freefloating-Prinzip müssen die Fahrzeuge jedoch wieder dorthin zurückgebracht werden, wo sie ausgeliehen wurden.

Neben den Beschäftigten im Co-Workingspace Rent24 soll das Angebot auch den anderen Mietern im Gebäude des Projektentwicklers Cells Bauwelt zur Verfügung stehen. Ein weiterer Standort ist am Ku’damm-Karree geplant. Insgesamt kämen bei der Zusammenarbeit mit dem Berliner Bauprojektierer etwa 6.000 Menschen als potenzielle Nutzer des neuen Services infrage, heißt es bei Audi auf Nachfrage von Gründerszene und NGIN Mobility. Nutzer, die vermutlich oftmals gar kein eigenes Auto besitzen. 

Viele Anbietern wollen künftig mit B2B-Carsharing-Markt verdienen

„Pool“ soll Audi helfen, neue Märkte zu erschließen und Fahrzeuge abzusetzen. Dafür will der Autohersteller mit seinen Händlern zusammenarbeiten. Sie sollen die Fahrzeuge bereitstellen. „Die Autohäuser sind unsere „Local Heroes“ in ihren Regionen und verfügen über Kontakte zu potenziellen B2B-Kunden wie beispielsweise Bauprojektentwickler oder Co-Workingspace-Betreiber“, sagt Audi-Manager Jan-Hendrik Schmitt. In Berlin werden die Fahrzeuge von Möbus im Stadtteil Weißensee bereitgestellt. Auch der Händler hofft, von der Kooperation zu profitieren und mehr Fahrzeuge zu verkaufen oder zu verleasen. Am Ende wollen alle drei Projektpartner an dem Projekt verdienen: Audi, Händler und Startup.

Carsharing liegt im Trend, auch bei Unternehmen. Statt ihren Mitarbeitern einen Dienstwagen zu stellen, etablieren immer mehr Firmen ein internes Verleihsystem. Doch der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Mitunter müssen die Fahrten noch per Hand in ein Fahrtenbuch eingetragen werden. Mittlerweile gibt es einige Anbieter auf dem Markt – mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Startups wie das vom Berliner Company Builder Project A finanzierte Azowo bieten ein elektronisches Buchungssystem, über das die Firmen ihre bestehende Fahrzeugflotte verwalten können. In diesem Markt sehen viele Unternehmen ein potenzielles Geschäft. Flottenmanager werden von Leasing-Firmen, Startups, Autoherstellern und IT-Firmen umworben.

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Auch Audi will den Markt nicht der Konkurrenz überlassen. Audi-Manager Jan-Hendrik Schmitt ist sich sicher, dass noch einiges zu holen sei: „Es gibt heute bei vielen Bauprojekten bereits die Auflage, extra Carsharing-Angebote in dem Gebäude bereitzustellen“, sagt er. Da liege es nahe, Premium-Fahrzeuge in Kombination mit digitalen Services für die Bewohner und Mieter anzubieten.

Bild: Driveby

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