Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Jeder Bahn-Mitarbeiter bekommt ein Smartphone oder Tablet

Tablet oder Smartphone? Diese Frage stellen sich ab heute 60.000 Mitarbeiter der Bahn. Denn sie sollen jetzt auch an der Digitalisierung teilnehmen.

Es ist sehr einfach, sich über die Deutsche Bahn lustig zu machen. Doch die Scherze werden der Leistung des Transportunternehmens nicht immer ganz gerecht. Wir haben in Deutschland ein Bahn-System, das in weiten Teilen gut funktioniert. Auch wenn manchmal die Klimaanlage ausfällt. In Sachen Digitalisierung hat man bis jetzt noch nicht so viel von der Bahn gehört, obwohl dort gerade eine Menge bewegt wird und es inzwischen WLAN im ICE gibt.

Es gibt auch eine sogenannte „Navigator“-App für iPhone und Android, in der man Tickets buchen und unzählige andere Dinge tun kann. Sie wirkt allerdings überfrachtet, unübersichtlich und nicht sehr kundenfreundlich. Man hat die alten Strukturen im Digitalen abgebildet, statt die Strukturen für das digitale Zeitalter neu zu überdenken. Ein weiterer Schritt in die Zukunft der Bahn wurde heute verkündet: Jeder Mitarbeiter in Deutschland soll künftig mit einem mobilen Endgerät ausgestattet sein. Entweder Tablet oder Smartphone.

Bislang digital nicht erreichbar

In der Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Damit können sich alle gleichermaßen informieren, relevante Apps nutzen und Entwicklungen wie die vorausschauende Instandhaltung von Zügen oder Weichen aktiv mitgestalten.“ Auch die Kunden sollen von einem neuen Umgang des Unternehmens mit Daten profitieren. 

Bis Ende 2019 sollen auch Bahn-Mitarbeiter in „operativen Berufsgruppen“ entweder ein Smartphone oder ein Tablet erhalten, die „dienstlich bislang digital nicht erreichbar sind“, heißt es weiter. Unwillkürlich muss der Leser der Presseinformation an Wählscheibentelefone und Fax-Geräte in einem einsamen Bahnwärterhäuschen in der Provinz denken. Künftig sollen zum Beispiel auch Mitarbeiter in den Instandhaltungswerken oder auf Baustellen die Möglichkeiten digitaler Dienste nutzen können. Heute besitzen 60.000 Eisenbahner in Deutschland noch kein sogenanntes „dienstliches Endgerät“.

Mitarbeiter sind zentrale Wissensträger

Sogar die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz sollen bei der Bahn eingesetzt werden. „Wir werden die großen Chancen künstlicher Intelligenz für das System Bahn umfassend nutzen“, sagt Digitalisierungsvorstand Sabina Jeschke. „Unsere Mitarbeiter sind unsere zentralen Wissensträger. Ihre Anbindung über ein eigenes Endgerät ist ein wichtiger Baustein. Wir setzen auf eine partizipative Weiterentwicklung des Unternehmens – jeder kann und soll mitgestalten.“ 

Aber zunächst geht es um die bodenständigen Service. So könnten mithilfe der digitalen Endgeräte zum Beispiel Servicekräfte in Fernverkehrszügen für jede Zugtoilette und jedes Bordbistro den Status per App direkt an die Werke übermitteln, sodass „die Ver- und Entsorgung von WCs und die Instandhaltung der Bordküchen bedarfsgerecht durchgeführt werden kann“, heißt es im schönsten Bahn-Deutsch. Na, das wäre doch mal ein Anfang.

Foto: Deutsche Bahn AG / Pablo Castagnola

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