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Belgische Hacker knacken Tesla Model S innerhalb weniger Sekunden

Tesla hat sich einiges einfallen lassen, um seine Autos zu schützen. Trotzdem ist es Hackern gelungen, den Funkschlüssel des Model S innerhalb von Sekunden zu kopieren.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Katholischen Universität Leuven in Belgien hat einen Weg gefunden, das Luxusmodell von Tesla zu knacken. Mit Funk- und Computerequipment im Wert von etwas über 500 Euro gelang es ihnen, die Funkschlüssel von Tesla-Fahrern in ihrer Nähe kontaktlos auszulesen und zu kopieren. Anschließend konnte ihr System in unter zwei Sekunden den kryptografischen Schlüssel generieren, mit dem sich das betroffene Auto öffnen ließ. Ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen, konnten sie damit verschwinden.

„Wir können den Funkschlüssel vollständig nachahmen und damit das Auto öffnen und fahren“, sagte Lennert Wouters, einer der beteiligten Forscher der amerikanischen Wired. Nach neun Monaten Forschung, inklusive Reverse Engineering, fand sein Team im Sommer 2017 heraus, dass der Code, den ein Funkschlüssel an das Luxus-Elektroauto sendet, lediglich durch eine schwache 40-Bit-Verschlüsselung gesichert ist. Daraufhin entwickelten sie eine Software und die dazugehörige Hardware, um sekundenschnell ein Model S zu öffnen. Im folgenden Video demonstrieren die Hacker, wie das funktioniert:

Tesla hat inzwischen auf den Hack reagiert

Tesla-Fahrer müssen dennoch nicht allzu besorgt sein. Vor zwei Wochen rollte das Unternehmen ein Update für das Model S aus, mit dem der Diebstahlschutz verbessert wurde. Zu den neuen Features gehört auch die Möglichkeit, einen PIN-Code festzulegen, den man eingeben muss, um das Auto zu starten. Diese Funktion würde einen Diebstahl des Fahrzeugs trotz des Hacks der Belgier verhindern.

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Außerdem hat Tesla, nachdem das Unternehmen im August 2017 von der belgischen Universität über die Sicherheitslücke informiert wurde, die Verschlüsselung seiner Funkfernbedienungen verbessert. Bei allen Model S, die seit Juni verkauft wurden, ist die neue Technik bereits im Einsatz. Die Besitzer älterer Fahrzeuge können ihr Auto entsprechend nachrüsten lassen. Als Dankeschön für den Hinweis zahlte Tesla den Hackern übrigens eine Prämie von 10.000 US-Dollar.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Wired.de 

Bild: Gettey Images / Justin Sullivan

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