Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Auto für Millenials kein Statussymbol mehr – statt PS zählen Klima und Digitales

Weniger Deutsche interessieren sich für den Autokauf. Vor allem junge Menschen wünschen sich laut dem Verband Bitkom mehr Digitalisierung und Klimaschutz von der Branche.

Die Mobilität verändert sich drastisch. E-Scooter fahren auf Straßen und Wegen, Uber ist in Deutschland angekommen. Autohersteller wie BMW, Daimler und Volkswagen (VW) bieten Carsharing-Modelle an und etablieren eigene E-Auto-Marken. Ein wichtiger Treiber ist die Debatte um den Klimaschutz. Für die deutschen Autobauer birgt der Wandel neben Chancen auch große Risiken.

Der Bundesverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom hat 1.004 Menschen in Deutschland gefragt, was ihnen am Auto wichtig ist. Für die Automobilbranche ist das Ergebnis alarmierend: 40 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie das Auto an Bedeutung verlieren wird. 72 Prozent entscheiden sich demnach für die klimafreundlichste Variante, wenn sie fahren. Ist ökologisch nachhaltige Mobilität die größte Herausforderung für die Automobilhersteller? 64 Prozent der Befragten sehen das so.

Das Auto sei für sie kein Statussymbol mehr, sagen 62 Prozent. Marken und PS spielen eine geringere Rolle beim Kauf – wichtiger wird die digitale Ausstattung. Ein gutes Navi, Assistenzsysteme wie eine Einparkautomatik, Internetzugang, Vernetzung mit dem Smartphone, all dies beeinflusst die Kaufentscheidung für diese Gruppe mehr als die Marke am Kühler.

Das trifft ganz besonders auf die Generation der 16- bis 29-Jährigen zu. 70 Prozent von ihnen sagen, dass das Auto kein Statussymbol mehr ist. „Das Auto muss sich neu erfinden, um seinen Stellenwert bei der jungen Generation zu halten“, sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen schon 2010. Die Statussymbole hätten sich verändert. Mittlerweile treten Smartphones an die Stelle des Autos und beim Fahren Faktoren wie die Zeit, Kosten und Abgas-Emissionen, die man sparen kann.

Die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage im Überblick (Klicken zum Vergrößern)

In E-Autos sieht Dudenhöffer großes Potenzial, genauso wie 47 Prozent der Deutschen, die sich den Kauf eines E-Autos vorstellen können. Vor allem die Anzahl der Ladestationen halte sie davon ab. Es gebe zu wenige davon, sagen 67 Prozent, und dafür sei die Reichweite der Autos zu gering (68 Prozent). Viele fürchten auch, dass deutsche Autos nicht mehr als Qualitätsstandard gelten könnten. Zwei Drittel fürchten, dass China Deutschland überholen könnte.

Ein Viertel der Befragten geht immerhin davon aus, dass VW, Daimler und BMW führende Anbieter in der E-Auto-Industrie sein könnten. Das gelinge aber nur, wenn sich die Produzenten früh genug auch auf das autonome Fahren einstellen. Dafür müsse jedoch die digitale Infrastruktur ausgebaut werden, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg: „Die Frage ist nicht, ob das autonome Fahren kommt, sondern wann es kommt.“ Es liegt also an der Forschung und an der Politik, wie gut die deutsche Autoindustrie in Zukunft dastehen wird.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
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Bild: Getty Images / Mongkol Chuewong; Grafik: Bitkom

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