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Bosch bringt den Elektroantrieb in den Kinderwagen

Der Siegeszug der Elektromobilität ist kaum aufzuhalten. Jetzt gibt es den eStroller: einen elektrisch angetriebenen Kinderwagen. Bosch erschließt sich damit einen neuen Markt.

Die Tests im Windkanal sind bestanden. Jetzt geht es auf die Straße. Bosch bringt als einer der ersten Systemanbieter einen elektrischen Kinderwagen-Antrieb auf den Markt. Geht es bergauf, schieben die Motoren ähnlich wie beim eBike mit. Bergab bremsen sie. Sollten die Eltern den Kinderwagen loslassen, verhindert die Motorbremse, dass er ungebremst davonrollt, und eine elektromechanische Arretierung schließt die Feststellbremse.

Die Antriebseinheit des Systems besteht aus zwei Elektromotoren an der Hinterachse – inklusive Bluetooth-Modul und Sensorsystem. Die Sensoren, die auch in Smartphones zum Einsatz kommen, messen unter anderem Geschwindigkeit sowie Beschleunigung des Kinderwagens und beurteilen den Untergrund, auf dem er bewegt wird.

Alles wird per App gesteuert

Das System kommt ohne Schalter und Knöpfe aus. Wie stark die elektrische Unterstützung ausfallen soll, lässt sich in drei Stufen über eine Smartphone-App regeln, die sowohl für Android als auch iOS erhältlich ist. Ebenfalls über die App lässt sich die Alarmfunktion aktivieren. Zum Beispiel, wenn Eltern den Kinderwagen vor einem Café stehen lassen. Bosch setzt in seinen eStroller 18-Volt-Akkus ein, die in einem abschließbaren Fach stecken. Die Reichweite der Kinderwagen wird mit 15 Kilometern angegeben.

Erstmals zum Einsatz kommen wird der eStroller Anfang 2020 beim schwedischen Kinderwagenhersteller Emmaljunga. Die Zusammenarbeit mit weiteren Herstellern ist nach Angaben von Bosch geplant.

Der eStroller wird per App gesteuert. Schalter am Haltegriff gibt es nicht.

Der eStroller wird per App gesteuert. Schalter am Haltegriff gibt es nicht.

Der Elektrokonzern elektrifiziert seit zehn Jahren den Alltag: Die Idee zum Bau von elektrischen Fahrradantrieben kam 2009 auf und war 2011 auf dem Markt. Heute bauen mehr als 70 Fahrradmarken Elektroantriebe von Bosch in ihre eBikes ein.

Indes scheint Elektromobilität nicht für alle Lebensbereiche geeignet: Die eMovements GmbH ging Mitte diesen Jahres insolvent. Ihr Elektro-Rollator „ello“, der in über 100 Sanitätshäusern verkauft wurde, erreichte nicht die geplanten Umsatzzahlen. Die Suche nach einem Käufer für das Stuttgarter Mobilitätsstartup war erfolglos geblieben.

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Bilder: Bosch

 

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