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Ex-BMW-Manager Breitfeld wird Chef von Faraday Future

Stühlerücken bei E-Mobility-Startups: Der Erfinder des BMW i8 hat binnen eines Jahres seinen dritten CEO-Posten. Nicht der einzige Abgang bei seinem alten Arbeitgeber.

Die Halbwertzeiten der Elektroauto-Manager werden immer kürzer: Jetzt soll Carsten Breitfeld, einer der Erfinder des BMW i8 und Mitgründer der chinesischen Elektroautomarke Byton, neuer Chef von Faraday Future (FF) werden. Das meldet das Unternehmen, Engadget berichtete zuerst darüber. Faraday Future ist ein chinesisch-kalifornisches Unternehmen, das den Sportwagen FF 91 bauen will, einen Highend-Elektro-SUV.

Rückblende: Der Ex-BMW-Manager Breitfeld hatte Byton gemeinsam mit Daniel Kirchert (ebenfalls ein ehemaliger BMWler) 2016 gegründet und zu einem globalen Unternehmen mit 1.600 Mitarbeitern aufgebaut. Zur Zeit läuft die Entwicklung des Elektro-SUV M-Byte, der im Juni beim Greentech-Festival in Berlin als Prototyp zu sehen war.

Breitfeld hatte im April 2019 Byton verlassen, um sich „neuen Abenteuern in der Startup-Industrie“ zu widmen, wie es damals in einer Mitteilung hieß. Von Byton wechselte Breitfeld zum Mobility-Startup Iconiq, das zuletzt den Mini-Elektrovan Model Seven präsentierte.

Dauerplatz in den Negativschlagzeilen

Der Abgang bei Iconiq und der Wechsel zu FF kommen überraschend, zumal der neue Arbeitgeber des Deutschen einen Dauerplatz in den Negativschlagzeilen hat. Das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen war in der Vergangenheit ins Schlingern geraten, hatte mehrere Manager verschlissen (darunter die ehemaligen BMW-Manager Stefan Krause und Ulli Kranz). Sie stiegen aus und gründeten das Startup Evelozcity (heute Canoo), das ein elektrisches und selbstfahrendes Stadtauto bauen will. Dazu holten sie unter anderem den früheren Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in ihr Team, der das Startup im Juli aber wieder verließ. Seit August ist Krause auch dort nicht mehr an Bord, wie im Manager Magazin zu lesen war – „um dringende Familienangelegenheiten zu regeln“, wie es hieß.

„Es gibt keine Alternative zu China“

Nach zwei Jahren ist der E-Autobauer bereits mit mehr als einer Milliarde bewertet. Im Interview erklärt Carsten Breitfeld, warum er mit Byton in China starten musste.

Breitfeld folgt nun auf den zurückgetretenen FF-Gründer Jia Yueting, ein umstrittener Manager, der zwischenzeitlich in Schwierigkeiten geraten war und auf einer Schulden-Blacklist der Regierung in Peking gelandet sein soll. Wie das Unternehmen mitteilt, wird Yueting das Startup nicht verlassen, sondern als Chief Product und User Officer in der Firma bleiben. Der alte und der neue CEO kennen sich der Mitteilung zufolge seit Jahren. In der neuen Position solle Yueting seine Schulden begleichen, schreibt Engadget.

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Bild: Byton

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