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Wie diese Gründer Flixbus angreifen wollen

Über die Plattform Snabbus lassen sich Reisebusse inklusive Fahrer buchen. Ein Milliarden-Markt, an den auch Flixbus stärker andocken will.

Mit Kampfpreisen und reichlich Kapital hat Flixbus die Konkurrenz von der Straße verdrängt. Das Münchner Startup hat einen Anteil von mehr als 90 Prozent am Fernbusmarkt. Dabei besitzt das Unternehmen selbst nur einen einzigen Bus.

Allerdings ist das Geschäft mit den Linien-Fernbussen nur ein kleiner Teil des gesamten Busmarktes. Viel größere Summen werden im sogenannten Gelegenheitsverkehr umgesetzt. Etwa acht Milliarden Euro werden laut Internationalem Bustouristik Verband über Ski-, Klassenfahrt oder Kaffeefahrten jährlich erwirtschaftet. Im Fernbusmarkt sind es im gleichen Zeitraum etwa eine Milliarde Euro.

Monatelange Tests

Nach wie vor läuft das Busgeschäft im Gelegenheitsverkehr überwiegend offline ab. Der Markt ist weitgehend regional organisiert. Gebucht werden muss per Telefon, E-Mail oder Fax. Ein Kölner Startup will das ändern. Nach einer mehrmonatigen Testphase in NRW geht das Unternehmen mit einer Vergleichsplattform online.

Über Snabbus können Reisende die Angebote verschiedener Anbieter miteinander vergleichen und einen Bus für Fahrten innerhalb Europas buchen. „Mit wenigen Klicks lässt sich der Preis kalkulieren und verbindlich buchen“, erklärt Yannic Müller, einer der Etabus-Gründer. So heißt das Unternehmen hinter der Plattform. „Warten auf Angebote fällt ebenso weg wie teure Agenturaufschläge, denn Snabbus arbeitet automatisiert“, sagt Müller. Neben ihm gehören Florian Obeloer und Benedikt Kolbinger zum Gründerteam. Auf letzteren geht die Idee für die Plattform zurück. Während seiner Studienzeit war Kolbinger für die Organisation einer Skifreizeit zuständig. Dabei bemerkte er, wie analog viele der rund 3.600 Busunternehmer in Deutschland noch immer arbeiten.

Von der Plattform sollen auch sie profitieren: „Busunternehmen können die Auslastung erhöhen, neue Zielgruppen erschließen und sparen sich die Kundenwerbungskosten“, sagt Müller. Geld verdienen will das Startup aber natürlich auch. Die Marge basiere auf der Differenz zwischen planbaren Einkaufspreisen und den variablen Verkaufspreisen auf der Plattform, heißt es.

Mit günstigen Preisen gegen die Konkurrenz

Seit dem Start vor knapp einem Jahr hat das Gründertrio sein Unternehmen überwiegend durch Business Angels finanziert, später stieg ein Kölner Investor mit ein. Laut Handelsregister handelt es sich dabei um STS Ventures von OnVista-Gründer Stephan Schubert. Insgesamt hat Etabus mit seinen mittlerweile 12 Mitarbeitern nach eigenen Angaben einen sechsstelligen Betrag eingesammelt.

Auch Flixbus versucht, auf dem Markt mit Gelegenheitsverkehren Fuß zu fassen. Über mieten.flixbus.de lassen sich Busse samt Fahrer für Gruppenreisen buchen. Snabbus-Mitgründer Yannic Müller zeigt sich gegenüber dem mächtigen Wettbewerber selbstbewusst: Man wolle sich mit vergleichsweise günstigen Preisen, einer Qualitätsauswahl und der Zusammenarbeit mit geprüften Partnern gegen die Wettbewerber durchsetzen. Bis zu 40 Prozent sollen Nutzer im Vergleich zur Konkurrenz sparen können, verspricht er. Außerdem handle es sich bei den auf Snabbus.de angezeigten Preisen um verbindliche Angebote, die durch die Kooperation mit festen Partnern ohne Nachzahlungen garantiert werden können.

Neben Snabbus und Flixbus versuchen auch andere Startups, den Gelegenheitsverkehr zu digitalisieren. Busnetworks aus Thüringen hat eine Cloud für Busunternehmer entwickelt, über die Busfahrer die Buchungsvorgänge in einer App verwalten können. Das Startup ist seit Anfang des Jahres am Markt.

Reiseveranstalter und Organisatoren dürfte der neu entstandene Wettbewerb freuen. Sie können bei der Buchung eines Reisebusses für die Fahrt zum Weihnachtsmarkt auf niedrigere Preise hoffen.

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Bild: SnabBus

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