Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Was ein BMW-Urgestein und Googles Selbstfahr-Guru planen

In der Selbstfahr-Branche geht es zu wie bei Tinder. Ex-Corporates gehen zu Startups. Startup-Experten wechseln die Fronten. Hier die neueste Episode.

Neue Allianz beim autonomen Fahren: Byton, Entwickler eines futuristisch anmutenden Elektro-SUV, hat eine Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen Aurora Innovation bekanntgegeben.

Byton plant autonomes Fahren auf Level Vier 

Wie Bytons Mitgründer Daniel Kirchert auf LinkedIn schreibt, soll die Partnerschaft Bytons Prototypen auf Level Vier des autonomen Fahrens bringen, so dass das Startup „zu den allerersten Autoherstellern gehört, die L4-Autos auf den Markt bringen“.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

L4 bedeutet, dass das Auto sich ohne Zutun des Fahrers auf Landstraßen und in der Stadt bewegt sowie parkt. Es ist mit seiner Umgebung drahtlos verbunden – zum Beispiel mit Ampeln oder anderen Fahrzeugen. Der Fahrer kann sich anderen Dingen widmen. Bislang ist in Deutschland nur Level Drei, also hochautomatisiertes Fahren möglich.

Startup mit BMW-Know-how

Byton forscht in Nanjing (China), designt seine Prototypen in München und betreibt zusätzlich ein Entwicklungszentrum im Silicon Valley. Neben Mitgründer Daniel Kirchert, der 2007 bis 2013 BMW-Verkaufschef in China war, gehören Entwickler von Tesla, Google oder Apple zum Team des Startups. CEO des neuen Autoherstellers ist Carsten Breitfeld, ein BMW-Urgestein mit 20 Jahren Konzernerfahrung – zuletzt als „Head of i8“, dem Luxus-Hybriden des Münchner Autobauers. 

Drei Branchengrößen haben Aurora Innovation gegründet: Chris Urmson, der frühere Leiter von Googles Self-Driving-Division, die inzwischen als Waymo agiert, Sterling Anderson, der Entwickler von Teslas Autopilot, und Drew Bagnell, ein Professor für künstliche Intelligenz, der zuvor für Uber gearbeitet hat.

Aurora gehört wegen seiner geballten Technologie-Expertise zu den gefragtesten Unternehmen im Silicon Valley. Erst im Januar hatten Volkswagen und Hyundai Partnerschaften mit dem Startup angekündigt. Ähnlich wie nun auch Byton wollen die beiden Hersteller Aurora-Technologiein lizenziert in ihre Fahrzeuge einbauen. Johann Jungwirth, Digitalchef von Volkswagen, ist begeistert: „Für mich ist dies die Neuerfindung der Mobilität und des Automobils.“

Wie VW Mobilitätsdienstleister werden will

Volkswagens Vision ist Mobilität auf Knopfdruck: „Nutzer können dann unsere Mobilitäts-App oder den intelligenten digitalen Assistenten verwenden, um ein selbstfahrendes Elektrofahrzeug zu rufen und bequem von Tür zu Tür gebracht zu werden“, erläuterte Jungwirth im Januar.

Der Byton-SUV soll ab 2019 in China verkauft werden, im Jahr 2020 folgen nach Unternehmensangaben die USA und Europa. In einigen Monaten sollen Vorbestellungen auch in Deutschland möglich sein, wie ein Sprecher sagte.

Der Prototyp des elektrischen Byton-SUV

Der Prototyp des elektrischen Byton-SUV

Bild: Byton

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain