Mit Millionen und neuem Plan – wie dieses Shuttle-Startup schneller wachsen will

Bei CleverShuttle teilen sich Fahrgäste ein Taxi. Das Berliner Startup will sich mit frischem Geld und einem Plan B im Sharing-Markt behaupten.

CleverShuttle hat einen mächtigen Partner: Vor einem Jahr ist die Deutsche Bahn bei dem jungen Unternehmen eingestiegen. Das Startup bietet seinen Fahrgästen die Möglichkeit, ihre Fahrt im Shuttle mit anderen zu teilen und dadurch Geld zu sparen. Bisher ist CleverShuttle nur in Leipzig, Berlin und München aktiv. Eine eigene Logistik mit Taxi-Flotte aufzubauen, ist für ein junges Unternehmen kostspielig. 

Für das weitere Wachstum holte sich das Startup bereits im Februar noch einmal Geld – nur fünf Monate nach der letzten Kapitalerhöhung. Das ist im Handelsregister ersichtlich. Auf Nachfrage von NGIN Mobility möchte Mitgründer Bruno Ginnuth die genaue Höhe nicht kommentieren. Es handle sich aber um eine siebenstellige Summe, die von den Altinvestoren Deutsche Bahn, der Familie von Peter Unger, der das Unternehmen Auto-Teile-Unger gründete, und einigen Business Angels gestemmt wurde, so der Gründer.

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Das neue Geld möchte das Startup, das nach eigenen Angaben ausschließlich Elektro-Fahrzeuge nutzt, nun in die Entwicklung seiner Technologie sowie zur Expansion in weitere Städte nutzen. Der Launch in Hamburg soll im Herbst dieses Jahres stattfinden. 

Es gibt viel Konkurrenz

Mit diesem Carpooling-Ansatz steht das Unternehmen keineswegs alleine da – Mobility-Dienste, mit denen Kunden Autos oder Taxifahrten teilen können, gibt es zuhauf. CleverShuttle tritt gegen die Taxibranche und Carsharing-Dienste wie DriveNow an. Auch der Berliner Konkurrent Allygator und eine geplante Carpooling-App des Taxiverbandes fordern die drei Gründer Ginnuth, Slava Tschurilin und Jan Hofmann heraus.

Deshalb will das Berliner Startup nicht nur mit der Finanzierungsrunde verstärkt in die Offensive gehen. „CleverShuttle ist bislang keine sehr bekannte Marke“, sagt Ginnuth. Für ein stärkeres Wachstum sollen deshalb nun verschiedene Maßnahmen sorgen.

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So soll etwa die Taxi-Flotte erst einmal in einer der drei Städte, in denen CleverShuttle aktiv ist, von einem anderen Unternehmen gemanagt werden. Eine Art Franchise-System plant das Unternehmen, welches sich bei Erfolg auch auf andere Städte übertragen ließe, so Ginnuth. „Wir können im Moment noch nicht so viel dazu sagen. Um groß und relevant zu werden, müssen wir wachsen und Kooperationen eingehen.“ 

Software für Öffis

Deshalb arbeitet CleverShuttle nun auch daran, seine Nische als Softwaredienstleister zu finden. Der Plan: Ihr IT-System soll auch von anderen Unternehmen genutzt werden. Dazu zählen vor allem die Apps für Fahrer und Gäste, mit dem das Team alles von der Buchung bis zur Rechnung abwickelt. Abnehmer könnten Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs sein. So hätten so die Möglichkeit beispielsweise Nachtbusse zu ersetzen, wenn diese unter der Woche kaum genutzt werden. Im Gegenzug könne man kleinere Fahrzeuge einsetzen und diese mit dem CleverShuttle-System als Sammeltaxen einsetzen, erzählt Ginnuth.

„Wir reagieren darauf, dass immer mehr Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs auf uns zukommen und nach unserer Software fragen“, sagt der Gründer. „Wir waren überrascht, wie aufgeschlossen gegenüber Innovation einige dieser Unternehmen gegenüber neuen Mobilitätsformen sind“, fügt er hinzu.

Bild: CleverShuttle

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