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„Airbnb für Boote“ will mit Millionen-Finanzierung in Deutschland wachsen

Für die französischen Bootsverleiher ist die Bundesrepublik ein wichtiger Markt. Das Startup schaut sich aber auch in anderen Ländern um – und will Wettbewerber kaufen.

Yachten und Boote sind längst Teil der Sharing-Economy. Nutzer können sie online über Plattformen wie Yachtico oder Zizoo teilen und buchen. Daneben vermietet auch das französische Startup Click & Boat Wasserfahrzeuge. Nun hat das Unternehmen mit dem Papierboot im Logo verkündet, sein Angebot in Deutschland auszubauen.

Dazu hat Click & Boat eine Finanzierungsrunde in Höhe von vier Millionen Euro von der irischen Private-Equity-Firma Olma und Business Angels aufgenommen. Mit dem Geld möchte Click & Boat weiter expandieren und Wettbewerber in Expansionszielen wie den Niederlanden oder Russland übernehmen, so der deutsche Click & Boat-Marketingchef Martin Hock gegenüber Gründerszene und NGIN Mobility.

Besitzer können über Click & Boat ihre Motor- oder Segelboote und Katamarane zur Miete anbieten. Vorkenntnisse sind beim Mieter nicht unbedingt erforderlich, da viele Boote mit einem Skipper angemietet werden können. Bei einer erfolgreichen Vermietung bekommt das Pariser Startup einen Prozentsatz der Bootsmiete von den Besitzern. Über diese Gebühr finanziert sich Click & Boat. Für Mieter ist die Nutzung der Plattform kostenlos. Derzeit stünden 22.000 verschiedene Boote in 30 Ländern auf der Webseite zur Auswahl, heißt es vom Startup.

Hürde für private Bootsbesitzer

Für Bootsbesitzer in Deutschland öffnete sich die Plattform bereits im vergangenen November, als sie neuerdings auch kommerzielle Anbieter zuließ. Denn um Boote privat zu vermieten, bräuchten Personen in Deutschland einen Gewerbeschein, sagt Hock. Wegen dieser Hürde hatte sich Click & Boat vorher vor allem auf die Peer-to-Peer-Vermietung in Urlaubsländern in Spanien oder Italien konzentriert, in denen ein solcher Schein nicht notwendig ist.

Momentan sei die Zahl der in Deutschland verfügbaren Boote noch überschaubar, meint Hock. Dies solle sich durch die nun erhaltene Finanzierung ändern. Geplant sei der Ausbau des Angebots in deutschen Binnengewässern sowie an Nord- und Ostsee. „Kunden werden über Click & Boat auch Hausboote mieten können“, so der Marketingmanager. Deutschland sei der drittstärkste Markt für das Startup hinter Frankreich und Spanien. Deshalb werde das deutsche Team in der Zentrale in Paris weiter wachsen. Click & Boat arbeitet eigenen Angaben zufolge seit 2015 profitabel.

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Vor etwa eineinhalb Jahren erklärte Click & Boat-Mitgründer Edouard Gorioux im Gespräch mit Gründerszene, wieso er zusammen mit Jérémy Bismuth das Miet-Startup gründete: „Im Schnitt werden Boote weniger als zehn Tage im Jahr genutzt. Daher dachten wir, es wäre doch schön, wenn die andere Menschen die Möglichkeit hätten, diese privaten Boote zu nutzen.“

Bild: Click & Boat

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