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Die Cloud für Busunternehmer

Der von Flixbus dominierte Fernbusmarkt stellt nur einen Bruchteil des Milliardenmarkts dar. Den größeren Teil der Busbranche will ein Leipziger Startup digitalisieren.

Das bekannteste Unternehmen ist mit seinen grünen Bussen zwar überall auf den Straßen zu sehen, besitzt aber selbst nur einen einzigen. Flixbus arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 250 Partner-Unternehmen zusammen, die etwa 1.000 Busse haben. Doch das Fernbusgeschäft ist nur ein Bruchteil des gesamten Marktes.

Derzeit sollen laut Bustouristik Verband etwa 3.700 deutsche Busunternehmen hierzulande tätig sein, die 79.000 Fahrzeuge im Einsatz haben. In Deutschland werden demnach jährlich Milliarden-Umsätze durch Reisebusvermittlungen erwirtschaftet, darunter mit Kaffeefahrten, Schulklassen- oder Firmenausflügen. Ein Leipziger Startup will den Markt für den sogenannten Gelegenheitsverkehr digitalisieren.

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Busunternehmer müssen viel Zeit darauf verwenden, Angebote und Aufträge zu verwalten sowie die Fahrer- und Busdistribution zu organisieren. Das Startup Busnetworx habe für all diese Prozesse eine Cloud-Systemlösung entwickelt, erklärt Mitgründer Roberto Hoffmann gegenüber NGIN Mobility. „Das ist sinnvoll, weil viele der Unternehmer selbst auch den Bus fahren und alles über die Smartphone-App abwickeln können“, ergänzt Busnetworx-Manager Hans-Jürgen Stein (siehe Video).

Das 2016 gegründete Startup ist seit zwei Monaten mit seinem Service am Markt. Die Idee für eine vernetzte Software kam ihnen, als sie die Busfahrten für Festivals und Großveranstaltungen organisierten. Es habe damals keine Software gegeben, um alle Prozesse zu verwalten, sagt Hoffmann.

Geld verdient das 15 Mitarbeiter große Startup durch den Verkauf von Lizenzen. Berechnet wird pro Bus, der mit der Software verwaltet werden soll. Wie viele Kunden die Software nutzen, möchte der Gründer nicht verraten. Im vergangenen Jahr hat Busnetworx in der Seed-Runde eine halbe Million Euro vom Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) eingesammelt. In diesem Jahr stehe die nächste Runde an, sagt Stein.

Auch technologisch soll es noch in diesem Jahr Neuerungen geben: „Mittlerweile ist unser cloud-ERP busnetworx ONE marktreif. Neben den fertigen Modulen für Auftragsverwaltung, Disposition oder ÖPNV setzen künftige Erweiterungen den Schwerpunkt auf die Schnittstellenvernetzung“, erklärt Hoffmann. Dabei würde vor allem das GPS-Tracking oder eine FlixBus-Linien-Anbindung eine entscheidende Rolle spielen. Bis 2020 will Hoffmann europaweit aktiv sein.

Das Erfurter Startup PAULfaehrtBus.de, das vom Thüringer Startup-Fonds unterstützt wird, bietet einen ähnlichen Service für den Gelegenheitsverkehr. Daneben versucht auch Flixbus in der Branche seit fast zwei Jahren Fuß zu fassen. Über mieten.flixbus können Fahrer mit Bus für Gruppenausflüge gebucht werden. Kritiker bemängelten in der Vergangenheit, dass Flixbus damit zum Konkurrenten für die eigenen Partnerunternehmen werde.

Bild: Getty Images /Hinterhaus Productions

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