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Continental erprobt automatisiertes Fahren auf Autobahnen, BMW in China

Hände weg vom Lenkrad, heißt es bei Continental. Das Unternehmen weitet seine Tests mit automatisierten Fahrzeugen aus. BMW hat eine Testlizenz für China erhalten.

Das Technologieunternehmen Continental testet jetzt auch auf Autobahnen in Niedersachsen hoch-und vollautomatisiertes Fahren. Die Technologie des hochautomatisierten Fahrens – im Branchenjargon Level 3 – soll bereits in zwei Jahren (2020) serienreif sein. Wenn bis dahin auch die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind, können Fahrer auf Autobahnen die Hände vom Lenkrad nehmen und eine Zeit lang ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen schenken.

Fünf Jahre später (2025) will Continental auch das vollautomatisierte Fahren zur Serienreife gebracht haben. Fahrer stehen dann nicht mehr die Pflicht, in kritischen Situationen einzugreifen. Der Computer und seine Sensoren wissen selbst, was zu tun ist.

Continental arbeitet ferner an Robo-Taxis, die vollautomatischen von A nach B fahren. Sie kommen ohne Fahrer aus und ohne die zum Fahren gebräuchlichen Instrumente wie Lenkrad und Pedale. Sie werden seit einiger Zeit auf abgeschlossenen Testfeldern ohne Mischverkehr erprobt“, sagt Conti-Sprecher Enno Pigge. Die Erprobung wird auch hier eingeschränkt, weil der Rechtsrahmen fehlt. 

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Continental setzt auf Datenmix

Anders als bei Waymo und Uber sind die circa 50 schwarzen Testfahrzeuge von Conti – abgesehen vom Branding – kaum zu erkennen. „Wir sind stolz, dass wir ohne Aufbauten auskommen“, sagt Pigge. Kameras, Radar- und Lidarsensoren werden so in die Fahrzeuge integriert, dass sie nicht auffallen.

Continental setzt beim automatisierten Fahren auf einen Datenmix. Kameras lesen Verkehrszeichen und Schilderbrücken. Radar erkennt Objektgruppen wie Autos, Radfahrer und Fußgänger. Lidarsensoren, „ab 2020 erstmals ohne bewegliche Teile“, wie Pigge unterstreicht, können die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge interpretieren. Indem die beweglichen Teile wegfallen, soll das Risiko, dass etwas kaputt gehen könnten, minimiert werden. Hinzu kommen Satellitensignale (GPS).

Nvidia als Technologiepartner

Die Sensordaten werden in Hochleistungs-Rechnern von Nvidia verarbeitet, die in die Testwagen eingebaut sind. Continental hatte im Februar 2018 eine Kooperation mit dem US-Unternehmen bekanntgegeben. Sie wollen gemeinsam künstliche Intelligenz für selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln. 

Continental will mittelfristig seine „Cruising Chauffeur“ genannte Selbstfahr-Technologie auch auf Landstraßen erproben. Dort sind die Anforderungen höher als auf Autobahnen ohne Gegen-, Quer- und Mischverkehr.

Unterdessen gab BMW bekannt, dass die Münchener ihre selbstfahrenden Autos als erster ausländischer Hersteller in China erproben dürfen. In Shanghai sollen zwei autonome 7er noch im Mai starten, bis Dezember werde die Testflotte auf sieben Fahrzeuge erweitert. Wie die BMW Group mitteilt, hat sie offiziell die „Shanghai Intelligent Connected Autonomous Driving Test License” erhalten, die von Behörden der Stadt Shanghai vergeben wird.

BMW habe als erster Hersteller hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 auf einem Autobahnabschnitt unter Aufsicht der Behörden in Chengdu im Jahr 2016 demonstriert. In einer Mitteilung unterstreicht der Hersteller die „Fortschrittlichkeit und Innovationsaffinität der Stadt“. Deshalb bestünden hervorragende Voraussetzungen für den Testbetrieb zur Erprobung von Level 4 Funktionen.

Frankreich will Vorreiter sein

Wie die FAZ schreibt, will Frankreich beim autonomen Fahren ein Vorreiter sein. Daher bereite die Regierung in Paris einen neuen Rechtsrahmen vor, der Tests und dem regulären Fahren auf Frankreichs Straßen weitgehende Freiheiten einräumen soll. Eine von der Regierung beauftragte Expertenkommission stellte der Zeitung zufolge am Montag in Paris ihren Bericht vor, der im französischen Straßenverkehr schon für den Zeitraum 2020 bis 2022 die Autorisierung von weitgehend allein fahrenden Autos fordert.

Bild: Continental

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