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Continental stellt neue Technologie für induktives Laden vor

Elektroautos sollen in naher Zukunft fast so schnell wie Benziner an der Tankstelle laden. Der Zulieferer Continental will das Auto zudem zur Powerbank machen.

Continental stellt auf der Consumer Electronic Show (CES) in Januar in Las Vegas zwei neue Ladesysteme für Elektrofahrzeuge vor: eine induktive Ladestation und die universelle kabelgebundene Lösung AllCarge für alle Spannungen, Gleich- und Wechselstrom (abgekürzt DC und AC).

Die induktive Ladestation umfasst eine neue Mikronavigationslösung, die eine präzise Positionierung des Fahrzeugs über dem in den Boden eingelassenen Ladepad ermöglicht. Dabei sollen Magnetfeldsensoren, die in der Bodenplatte integriert sind, Signale vom Elektroauto empfangen und Daten an das Fahrzeug senden. Ferner soll die Technik in der Lage sein, Elektrofahrzeuge automatisch umzuparken, sobald der Ladevorgang abgeschlossen ist.

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Die per Induktion übertragene Energie soll die Reichweite des Fahrzeugs je Lademinute um einen Kilometer erhöhen. Zur Zeit bemüht sich Continental auf internationaler Ebene um eine Standardisierung dieser Technologie.

All-in-one-Ladestationen entwickelt

Der Zulieferer will zudem das kabelgebundene Laden revolutionieren und dem Elektro-Fahrer die Sorge nehmen, keine kompatible Ladestation zu finden. Die neue Plattform AllCharge soll Fahrzeugen alle Typen von Ladestationen zugänglich machen – unabhängig von Spannungen und der Stromart.

Dazu soll der Elektromotor und ein Wechselrichter (der Gleich- in Wechselstrom umwandelt) angepasst werden, um auch die Aufgabe des Ladens zu unterstützen. Es muss nur eine Komponente zusätzlich in das Auto eingebaut werden: ein sogenannter DC/DC-Wandler, der die Spannung des Ladegleichstroms der Batterie anpasst. Beim AC-Laden fließt der Strom von der Ladestation über den Elektromotor zum Wechselrichter, wo er in Gleichstrom umgewandelt wird, bevor er der Batterie zugeführt wird. Beim DC-Laden fließt der Strom direkt durch den DC/DC-Wandler zur Batterie.

Ladezeiten verkürzen sich deutlich

Die neue Conti-Technologie kann nach Herstellerangaben den Akku mit einer Leistung von bis zu 43 Kilowatt aufladen und bietet damit in zehn Minuten Ladezeit bis zu 50 Kilometer Reichweite. Gleichzeitig können mit dem neuen System auch 400-Volt-Gleichstrom-Schnellladestationen eingesetzt werden, die aus zehn Minuten Ladezeit bis zu 150 Kilometer Reichweite liefern können.

Bei gleicher Ladedauer können Premium-Fahrzeuge mit sehr großer Batterie durch Anschluss an eine 800-Volt-Gleichstrom-Ladestation sogar bis zu 300 Kilometer auf die Reichweite bringen, teilt das Technologieunternehmen mit. „Dies bringt die Ladezeit näher an die Zeit, die zum Auftanken eines herkömmlichen Fahrzeugs benötigt wird“, so das Unternehmen.

Und noch eine Funktion stellt das Unternehmen vor: AllCharge macht das Fahrzeug zur Powerbank. So könnten etwa auf Baustellen Elektrogeräte an das Auto abgeschlossen werden, die einen Wechselstromanschluss erfordern. Der Produktionsstart ist für 2022 geplant.

Auch andere Unternehmen sind auf dem Feld der Ladeinfrastruktur aktiv: Ionity etwa will bis 2020 insgesamt 400 Schnellladestationen an Autobahnen bauen. Die Firma ist ein Joint Venture von BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche. Siemens kooperiert mit dem Ladesäulen-Startup Ubitricity.  

Bild: Continental

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