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Dieser Gründer will Autofahrer vor dem Unfalltod bewahren

Denis Güzelocak hat ein Überwachungssystem fürs Auto entwickelt. Löwen-Geld soll helfen, die Erfindung nach jahrelanger Entwicklung an den Markt zu bringen.

Seine Gründungsgeschichte beginnt mit einem tragischen Ereignis: Denis Güzelocaks ist 18 Jahre alt, als sein Vater einen schweren Autounfall hat. Von dem Unglück und dessen Folgen habe er oft geträumt, sagt der gelernte Verkäufer im Gespräch mit Gründerszene und NGIN Mobility. Ein ähnliches Schicksal habe er anderen Fahrern und deren Familien ersparen wollen. Seine Idee: ein intelligentes Überwachsungssystem für das Fahrzeug, das Alarm schlägt, wenn der Fahrer einen Herzinfarkt bekommt oder abgelenkt ist.

„Mit den ersten Zeichnungen bin ich zu Patentanwälten gegangen und habe mir die Erfindung schützen lassen“, sagt der Gründer aus Oberbayern. Anschließend habe er jahrelang mit seinem Team verschiedene Prototypen entwickelt.

Herausgekommen ist ein System mit intelligenten Sensoren für das Lenkrad. Es meldet, wenn der Fahrer die Hände vom Steuer nimmt und setzt beispielsweise automatisch einen Notruf (eCall) ab. Aber auch das Navi oder Radio ließen sich mithilfe der Technik über den Lenkradkranz steuern, sagt Güzelocak. Künftig will er CurveSys als Nachrüstsatz für Pkw, Lkw, Busse und Motorräder verkaufen. Es sehe aus wie ein neun Zentimeter langes und 30 Zentimeter breites Thera-Band aus Kunststoff, das mit Sensoren bestückt ist, beschreibt der Gründer seine Erfindung. Das ließe sich über das Lenkrand spannen, die Messung könne beginnen.

Diese kleinen Sensoren am Lenkrad sollen das Autofahren sicherer machen.

Maschmeyer macht dem Gründer ein Angebot

Nicht nur private Autobesitzer und Betreiber von Bus- oder Lkw-Flotten will Güzelocak als Kunden gewinnen. Auch große Autobauer hätten bereits Interesse signalisiert, sagt er. Diese könnten ihre Fahrzeuge direkt in der Fabrik mit dem Überwachungssystem ausstatten. Besonders für die nächste Auto-Generation, die weitgehend autonom fahren soll, sei das interessant. Roboautos könnten mithilfe der im Lenkrad verbauten Sensoren erkennen, wann der Fahrer das Steuer übernimmt und selbst fährt. Im autonomen Zeitalter sei das eine wichtige Kontrollfunktion.

Bislang gibt es CurveSys noch nicht zu kaufen. Nach jahrelanger Entwicklung will der Bayer sein Produkt nun an den Markt bringen und die erste Serienfertigung starten. Das sei der Grund für seine Bewerbung bei der Gründershow Die Höhle der Löwen gewesen, sagt er. Schon vor dem Auftritt stand für ihn fest: Sein Wunsch-Investor ist Carsten Maschmeyer. „Er hat die nötige Expertise und das Netzwerk, um unser Unternehmen voranzubringen“.

Ursprünglich wollte der Bayer für ein Investment in Höhe von 300.000 Euro zehn Prozent seiner Unternehmensanteile abgeben. Das war dem Löwen Maschmeyer allerdings zu wenig. Der Investor forderte 25,1 Prozent, der CurveSys-Gründer schlug ein. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet, ergänzt er auf Nachfrage. Die Entscheidung, mehr als ein Viertel seiner Anteile abzugeben, habe er bisher nicht bereut. Maschmeyer indes wirkte in der Show weniger glücklich über den Deal.

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Bilder: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer; CurveSys

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