Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Ausgerechnet dieser SUV soll die Umwelt retten

Die Elektro-Offensive deutscher Hersteller hat begonnen. Der Mercedes EQC soll den Abschied vom Verbrennungsmotor einleiten. Aber muss es wirklich ein SUV sein?

Sechs Jahre nach dem Smart ED und fünf Jahre nach dem BMW i3 hat ein deutscher Hersteller wieder ein eigenes E-Auto vorgestellt. Der von Daimler in Stockholm vorgestellte EQC soll der Startschuss für ein ganzes Portfolio von Elektroautos sein. Bis 2025 wollen die Stuttgarter bis zu zwanzig reine E-Autos auf die Straße bringen. Dazu auch noch Plugin-Hybride mit großer elektrischer Reichweite, auch wenn die Plugins höchst umstritten sind. Aber das Umweltimage soll dann erst einmal der EQC richten.

Der EQC und der vermutlich 2020 folgende kleine Bruder, der EQA, sind die ersten Gehversuche von Daimler im Massenmarkt der E-Mobilität. Die Investitionen für die neue Baureihe dürften um die drei Milliarden Euro betragen haben. Einen Flop kann sich Daimler in der angespannten Lage daher nicht leisten. Ob die traditionell konservativen Käufer eines Mercedes sich vom EQC begeistern lassen werden?

Was Wettbewerber zu bieten haben

Viel Konkurrenz hat der SUV nicht. Neben dem Tesla S und X gibt es zurzeit nur den Jaguar I-Pace, der in der Luxusklasse unterwegs ist. Dazu wird noch der Audi e-tron kommen, der in 14 Tagen vorgestellt wird. Doch ist der Markt schon so weit, dass sich vernünftige Verkaufszahlen realisieren lassen? Die bisher nur eingeschränkte Ladeinfrastruktur dürfte vor allem Vielfahrer vom Kauf abschrecken. Dazu kommt auch, dass das Auto mit einer Gesamtlänge von 4,76 Meter nicht gerade klein geraten ist.

Die Verantwortlichen bei Daimler nehmen es gelassen. Die Bauform eines SUV habe man zum Start aus zwei Gründen gewählt. Zum einen, weil sich der Akku in einem SUV gut unterbringen lässt, zum anderen, weil SUV zu den meist verkauften Modellen weltweit gehören.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Muss es wirklich ein SUV sein?

Man könnte durchaus einwenden, dass ein groß geratener SUV nun nicht gerade das geeignete Fahrzeug ist, um Umweltbewusstsein zu symbolisieren. Allerdings scheinen im Moment fast alle Hersteller im Premiumsegment auf diese Fahrzeuge zu setzen. Das liegt vor allem an den allgemeinen Verkaufszahlen dieser Fahrzeugklasse. Der Tesla S bleibt damit die einzige große, viersitzige Luxuslimousine. Zumindest bis BMW voraussichtlich 2022 mit dem intern als „i5“ bezeichneten E-Auto kommt.

80 kWh leistet der Akku der laut Angaben des Herstellers den Wagen rund 450 Kilometer weit bringen wird. Dies sind allerdings Angaben nach der alten NEFZ Verbrauchsmessung. Im neuen WLPT Zyklus dürfte die Reichweite etwas niedriger liegen. Per Schnellladung mit maximal 110 kw soll der Akku in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen sein. Der 2,5 Tonnen schwere Wagen soll bis 1,8 Tonnen Anhängerlast bewältigen können. Ein bei E-Autos oft kritisierter Punkt ist die eingeschränkte Tauglichkeit als Zugfahrzeug.

Über geplante Stückzahlen wollte man sich bei Daimler nicht äußern, ebenso wenig gab es Aussagen zum Preis. In Unternehmenskreisen kursiert eine Summe von rund 70.000 Euro für das Basismodell.

Bild: Daimler AG Disclaimer: Der Besuch in Schweden fand auf Einladung von Daimler statt.

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain