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Daimler investiert in Navigations-Startup What3Words

Mit Drei-Wörter-Adressen will das Londoner Startup die Navigation vereinfachen. Nun steigt nach der Deutschen Bahn auch Daimler bei dem Startup ein.

Der Autokonzern Daimler hat sich an dem Navigations-Startup What3words beteiligt. In einer Finanzierungsrunde wurden zehn Prozent der Unternehmensanteile erworben. Außerdem wird Mercedes-Benz als erster Automobilhersteller das neue Dreiwort-Adresssystem in seine Fahrzeuge integrieren und seinen Kunden in neuen Kompaktmodellen zur Verfügung stellen. Der Betrag des Investments wurde nicht bekannt gegeben.

Wenn im Frühjahr 2018 das neue Infotainment-System der A-Klasse in Serie geht, können Navigationsziele auch mit Hilfe von Dreiwortadressen gesucht und eingegeben werden. Per Text- oder Spracheingabe gibt der Fahrer mit nur drei Wörtern wie „körper.blende.räumen“ sein gewünschtes Ziel ein und kommt auf neun Quadratmeter genau an.

Die Welt in 57 Billionen Quadraten

What3words hat die ganze Welt in 57 Billionen Quadrate der Größe drei mal drei Meter eingeteilt und jedem dieser Quadrate eine Dreiwortadresse zugeteilt. Damit ist jeder dieser Orte eindeutig bestimmt. Ein Algorithmus setzt den verwendeten Wortschatz von ungefähr 25.000 Wörtern pro Sprache so ein, dass verwechslungsträchtige Kombinationen weit auseinanderliegen. Sowohl Menschen als auch Maschinen sollen dadurch Fehler bei der Eingabe leicht bemerken können. Inzwischen steht das System in 14 Sprachen zur Verfügung.

Drei-Wörter-Adressen sind zuverlässiger als Straßenadressen und Postleitzahlen, weil Fahrer präziser zu einem bestimmten Gebäudeeingang oder Parkplatz navigieren können. Mit ihnen lassen sich auch Orte beschreiben, die keine Postadresse haben wie zum Beispiel Parks, Strände und Pop-up-Stores.

„Traditionelle Straßenadressen wurden nicht für Spracheingabe gebaut“, erklärt Chris Sheldrick, CEO und Mitbegründer von What3words. So unterscheiden sich etwa Waldstraße und Wallstraße phonetisch kaum. Spracheingaben können leicht zu falschen Navigationsergebnissen führen. Auch doppelt vergebene Straßen- und Ortsnamen können Navigationssysteme irritieren. So gibt es in Deutschland jeweils mehrere Tausend Schul-, Haupt-, Bahnhof- und Gartenstraßen. Allein in Berlin gibt es zwölf Walstraßen, zehn Lindenstraßen und jeweils neun Bahnhof-, Charlotten- und Parkstraßen.

Auch die Post von Dschibuti nutzt das System

Zuletzt wurde das Adresssystem What3words von Djibouti Post als Adressierungsstandard eingeführt. Die Republik Dschibuti, die am Horn von Afrika liegt, ist das fünfte Land weltweit, das Drei-Wörter-Adressen einführt, um die nationale Infrastruktur zu verbessern.

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Vor dem Daimler-Investment hat das Startup bereits 13,8 Millionen Dollar eingesammelt – zu den Investoren gehören der Chipkonzern Intel und die Deutsche Bahn.

Übrigens: Die NGIN-Mobility-Redaktion lässt sich unter schaffner.genug.schiene.

Bild: what3words

 

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