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Warum DHL den Online-Marktplatz Allyouneed aufgibt

3.000 Händler und etwa fünf Millionen registrierte Kunden – trotzdem stampft DHL die Plattform ein. Die Erklärung für diesen Schritt liegt in der Konzernstrategie.

Zum Jahresende wird die Deutsche Post DHL ihren überregionalen Online-Marktplatz Allyouneed.com schließen. Auch das lokale Pendant in Bonn, Allyouneed City, wird eingestampft. Dies gab DHL-Manager Achim Dünnwald in einem Interview mit der Bonner Tageszeitung General-Anzeiger bekannt, das am Freitag erschien. Die Händler waren zuvor per E-Mail informiert worden.

Überregional gebe es 3.000 Händler und etwa fünf Millionen registrierte Kunden, teilt ein DHL-Sprecher auf Nachfrage von Gründerszene mit. Auch in Bonn sei der Dienst gut angenommen worden, sagte Dünnwald dem General-Anzeiger. 167 Händler seien dabei, die Nachfrage bezeichnet er als „ordentlich“. Trotzdem wird das Projekt eingestampft. Wieso?

Als Grund nennt Dünnwald einen zu hohen Aufwand für Werbung um Händler auf der einen und Kunden auf der anderen Seite, der nötig sei, um das Angebot zu skalieren. „Das ist nichts wofür wir in Zukunft unser Geld ausgeben wollen“, so der Manager. Die Strategie des Konzerns sieht offenbar einen anderen Fokus vor: Man konzentriere sich in Zukunft nur noch auf die Logistik.

Unter dem Namen MeinPaket.de startete die Deutsche Post DHL ihre bundesweite Onlineplattform im Jahr 2010, taufte sie später in Allyouneed.com um. Der Bonner Ableger Allyouneed City war seit 2017 als Pilotprojekt aktiv. Über beide Plattformen bieten Einzelhändler ihre Produkte zum Verkauf an. Um den Transport zum Kunden kümmert sich anschließend DHL.

Keine Auswirkungen auf AllyouneedFresh

Den Start vergleichbarer Dienste in der Zukunft schließt Dünnwald nicht aus, allerdings nur in Zusammenarbeit mit Partnern, die als Plattformbetreiber auftreten: „Wir haben alle Erfahrungen gesammelt, die wir benötigen, wenn wir zukünftig für solche Kooperationen zwischen Einzelhandel und E-Commerce logistische Lösungen anbieten sollen.“ Eine Geschäftsaufgabe auf Drängen des DHL-Kunden Amazon dementiert Dünnwald.

Bis zum Ende dieses Jahres könnten Händler ihre Produkte weiterhin wie gewohnt auf Allyouneed und Allyouneed City anbieten, gibt der Konzernsprecher an. Eine Übernahme des Bonner Pilotprojekts durch einen Käufer sei sehr unwahrscheinlich, beim überregionalen Marktplatz aber nicht ausgeschlossen.

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Die Deutsche Post DHL ist auch mehrheitlich am Online-Supermarkt AllyouneedFresh beteiligt. Auf diesen habe die bevorstehende Schließung der anderen Plattformen aber keinen Einfluss, wie es heißt. Bis auf den gleichen Markennamen bestehe kein Zusammenhang. „Bei AllyouneedFresh ist das Konzept ein anderes, das Unternehmen betreibt die Onlineplattform selbst“, so der Konzernsprecher.

Bild: Getty Images / Sean Gallup/Staff

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