Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Diese 4 Mobility-Trends werden 2019 durchstarten

Jeden Monat ein neuer Wagen, ein Zweiradtrend und Pakete per Fahrradkurier. Was in der Branche wichtig wird. Unsere Favoriten für das neue Jahr.

  1. Auto-Abo: Der Autobesitz ist für junge Städter nicht mehr wichtig, wie Studien zeigen. Das glauben auch die Gründer von Faaren, Cluno und Like2Drive. Sie sehen in den Themen Auto-Abo, Car-Subscription und Auto-All-Inclusive die Zukunft: Autofahrer wählen ein Fahrzeugmodell, Versicherungsschutz, Zulassungsgebühr und Instandhaltungskosten sind inklusive. Nach ein bis sechs Monaten können die Autofahrer ihr Fahrzeug gegen ein neues Modell tauschen. Die Flexibilität hat allerdings ihren Preis: Je kurzfristiger die Rückgabe oder der Tausch des Wagens möglich ist, desto höher ist in der Regel der monatliche Beitrag. In allen Fällen gilt: Die Spritkosten trägt der Kunde zusätzlich. In den USA haben Unternehmen solche Konzepte bereits seit einiger Zeit am Markt. Unter anderem bietet das vom deutschen Ex-BMW-Manager Georg Bauer gegründete Startup Fair.com ein digitales Leasing-Modell. Per App können Kunden ein Auto bestellen und es innerhalb von fünf Tagen wieder gegen ein anderes Fahrzeug eintauschen. Auch Autobauer wie Porsche und Volvo experimentieren mit neuen Vertriebskonzepten für ihre Fahrzeuge und hoffen, damit bei der jungen Generation punkten zu können. Für 2019 haben bereits weitere Unternehmen angekündigt, in den Auto-Abo-Markt eintreten zu wollen.
  2. E-Kick-Scooter: Das Zulassungsverfahren zieht sich seit Jahren hin, im Frühjahr 2019 soll es nun soweit sein. Läuft alles nach Plan, bekommen Tretroller mit Elektroantrieb in Deutschland dann eine eigene Fahrzeugklasse. Damit ist deren Nutzung hierzulande auf öffentlichen Straßen erlaubt. Knapp ein Dutzend Unternehmen stehen bereits in den Startlöchern. Sobald es die Gesetzeshüter erlauben, wollen sie die Fahrzeuge im Sharing-Dienst anbieten. Neben US-Anbietern wie Lime und Bird sind Szenegrößen wie Rebuy-Gründer Lawrence Leuschner und Lukasz Gadowski, einer der ehemaligen Strippenzieher bei Delivery Hero und dem Company Builder Team Europe, auf dem Markt aktiv. Sie haben in den vergangenen Monaten Millionen für den Kampf um die Pole-Position auf dem E-Scooter-Markt eingesammelt und wollen die deutschen Innenstädte mit ihren Fahrzeugen fluten. Ob die Scooter-Startups mehr Glück haben als die Leihradanbieter? Lange Zeit wurden Bike-Sharing-Unternehmen als die städtischen Mobilitätsanbieter der Zukunft gehandelt. 2018 haben sich einige von ihnen wieder aus deutschen Städten zurückziehen müssen, darunter Obike aus Singapur und Ofo aus China.
  3. Cargobikes: In Zeiten von Dieselfahrverbote suchen Logistiker und nach emissionsarmen Alternativen für die Paket- und Warenzustellung in der Stadt. Eine könnten Lastenräder sein. Die Cargobikes stoßen zunehmend auf Interesse, wie auch der Fahrradmonitor 2017 im zeigt – sowohl bei privaten als auch bei gewerblichen Käufern. Die vom Land Berlin im Frühjahr dieses Jahres bereitgestellten 200.000 Euro Fördermittel waren innerhalb kurzer Zeit vergeben. Mehrere Unternehmen sind derzeit auf dem Markt für Lastenräder aktiv, darunter viele Startups. Auch Autobauer haben im vergangenen Jahr eigens entwickelte Modelle vorgestellt. Eine Übersicht gibt es hier.
  4. Mobility as a Service (MaaS): Der Gedanke, Mobililtät nicht nur auf einen Service reduziert, sondern gebündelt anzubieten, schwirrt schon seit ein paar Jahren im Raum. Allerdings hat die Umsetzung einige Zeit in Anspruch genommen. Als einer der ersten Anbieter hat die Daimler-Tochter Moovel zusammen mit den Stuttgarter Verkehrsbetreiben den Mobilitätsdienst SSB Flex entwickelt. Die Idee ist, ein intermodales Mobilitätsangebot, über das der Verbraucher per App Zugriff auf unterschiedliche Verkehrsangebote erhält: vom Bus- und Bahnticket, über einen Shuttle-Service auf Bestellungen bis hin zu Leihrollern. Moovel hat die Infrastruktur entwickelt und will solche MaaS-Modelle künftig als White-Label-Lösung auch anderen Verkehrsbünden anbieten. Einen ähnlichen Service hat auch das Hamburger Startup Wunder entwickelt. Daneben gibt es Bestrebungen, unter dem Label MaaS eine Art Mobilitäts-Flatrate für Angestellte auszurollen, über die jedem Mitarbeiter ein Kontingent an Fortbewegungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt wird. Auf diesem Gebiet ist das Finnische Startup MaaS Global mit der App Whim führend.
Bild: Getty Images, d3sign (Autos) und VCG (app), Marco Weimer (E-Tretroller), Ono (Cargobike)

 

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