Dieser Supermarkt kommt auf Knopfdruck zum Kunden

Der Robomart ist ein autonom fahrender Tante-Emma-Laden. Das Startup aus Kalifornien will damit den Markt für Lebensmittel-Lieferungen aufrütteln.

Die Frage, wie Lebensmittel-Lieferservices am besten funktionieren, beschäftigt die Food-Branche derzeit wie kaum ein anderes Thema. Ein Startup aus Kalifornien hat nun ein Fahrzeug entwickelt, das neuen Schwung in die Diskussion bringen könnte. Der Robomart ist ein autonom fahrender, kleiner Supermarkt, in dem Kunden Essen kaufen können. Auf 4,21 mal 2,23 Meter findet man Obst und Gemüse ebenso wie abgepackte Lebensmittel. Noch gibt es das Fahrzeug nur als Prototyp, auf der Tech-Messe CES wird Robomart in wenigen Tagen präsentiert werden.

Hinter dem Konzept steht kein Unbekannter in der Branche. Ali Ahmed arbeitete zunächst bei Unilever, gründete anschließend 2011 das Social-Media-Startup Lutebox und vier Jahre später das Delivery-Unternehmen Dispatch, bei dem User sich jede beliebige Ware liefern lassen können. Die meisten Kunden bestellten auf diesem Wege Essen, wie TechCrunch berichtet. Es schien also ein logischer Schritt, ein Food-Startup zu gründen, nachdem Ahmed bei Dispatch ausgestiegen war. So entstand im November 2017 Robomart.

„Der erschwinglichste On-Demand-Lieferservice“

Die Fahrzeuge des Startups sollen On-Demand-Lieferungen ausführen. Dazu will Robomart die futuristischen Gefährte großen Supermarktketten zur Verfügung stellen, um so den „weltweit erschwinglichsten On-Demand-Lieferservice“ zu schaffen, wie auf ihrer Website steht. Kunden bestellen den Robomart per App mit nur einem Tippen, der sich dann unverzüglich auf den Weg machen soll. Das Fahrzeug registriert, welche Waren die Kunden entnehmen und schickt ihnen automatisch die entsprechende Rechnung, wie es auf der Internetseite weiter heißt. Neben dem Robomart selbst gehört auch eine Software zu der Firma, mit der die Großhändler die Befüllung der Fahrzeuge koordinieren sowie mit den Kunden kommunizieren können sollen.

Die Idee, den Supermarkt zum Kunden kommen zu lassen, kam nicht nur Ahmed. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das schwedische Unternehmen Wheely, das gerade den Moby Mart in China getestet hat: Ebenfalls ein mobiler Supermarkt, der allerdings eher die Maße eines LKW hat und somit deutlich großer ist als der Robomart. Dass autonomes Fahren die Logistik möglicherweise vereinfachen könnte, hat sich auch Lidl gedacht und will Ende 2018 führerlose Lieferwagen in Schweden testen. Foodora testet ebenfalls autonome Lieferroboter. Und auch Pizza Hut und Toyota arbeiten an einem Fahrzeug, das autonom fahren und Pizzen ausliefern soll.

Mit der Idee eines mobilen, kleinen Supermarkts greift Ahmed die sogenannten Cornershops an, in denen viele US-Amerikaner ihre Waren des täglichen Bedarfs einkaufen. Erst vor wenigen Monaten hat das Startup Bodega in den USA mit einem ähnlichen Ansatz einen beispiellosen Shitstorm ausgelöst. Bodega hatte einen Automaten entwickelt, an dem man nicht nur Snacks, sondern auch frische Lebensmittel erwerben kann. Aus Sicht der Kritiker ist dieser Automat der Tod des traditionellen Tante-Emma-Ladens und ein Symbol der kalten Gentrifizierung.

Bild: Robomart

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain