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Mit Dott startet das siebte E-Tretroller-Sharing in Deutschland

Sie setzen auf wiederverwertbare Fahrzeuge, Versicherung und faire Arbeitsbedingungen. Dafür ist Dott aber auch teurer als die Konkurrenz. Und es gibt ein weiteres Manko.

Nach Tier Mobility, Circ, Lime, Bird, Jump und Voi bringt als nächstes das niederländische Startup Dott seine E-Tretroller nach Deutschland. Die ersten Fahrzeuge stehen ab dieser Woche in München bereit, teilte das Unternehmen mit. Weitere deutsche Städte sollen folgen. Über die Größe der Flotte wollte sich das Startup auf Nachfrage von Gründerszene bisher nicht äußern. Nur so viel: Die Auslastung der Fahrzeuge werde über die Anzahl entscheiden.

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Das 2018 gegründete Startup ist bislang in Brüssel, Paris, Lyon und Mailand in Betrieb. Seit Dezember 2018 hat Dott zwei Investments in Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro eingesammelt, unter anderem von EQT Ventures, Naspers und Axel Springer Digital Ventures. Dem Unternehmen zufolge seien die Roller größtenteils recyclebar.

E-Tretroller standen wiederholt in der Kritik, aufgrund ihrer Akkus und kurzen Lebensdauer keine nachhaltige Alternative für den Stadtverkehr zu bieten. Einige Startups hatten sich daraufhin verpflichtet, Wechselakkus in der neuen Fahrzeuggeneration zu verbauen, um die Fahrtwege des Wartungspersonals zu verringern und die Lebensdauer pro Fahrzeug zu erhöhen. Tier Mobility habe bereits in Deutschland mit der Auslieferung der neuen Fahrzeuge begonnen, bestätigt das Unternehmen nun.

Auf Nachfrage bei Dott heißt es, dass die E-Tretroller mit verbauten Akkus ausliefert werden, solange die Technologie noch nicht ausgereift sei. Das niederländische Startup verspricht eine Lebensdauer pro Fahrzeug von etwa 18 Monaten. Zum Vergleich: Das Berliner Startup Tier rechnet derzeit mit etwa 24 Monaten für seine neue Generation.

Dott verlangt in München 23 Cent pro Kilometer. Damit ist das Angebot eines der teuersten. Das Startup rechtfertigt den Preis darüber, eine Vollkaskoversicherung für Kunden dabei zu haben und faire Arbeitsverhältnisse und Festanstellungen für das Wartungspersonal der Scooter zu bieten. Die US-Anbieter Lime und Bird standen in der Kritik, sogenannte Juicer zu beschäftigen, Privatpersonen die Roller gegen kleines Geld zuhause aufladen. Mit europaweit 150 Angestellten kümmere sich Dott selbst um die Wartung und das Aufladen der Roller. Andere deutsche Anbieter wie Tier Mobility beschäftigen derzeit noch externe Dienstleister.

Zweite Runde in einem Jahr – 77 Millionen für Voi

Es fließen weitere Millionen in die junge Branche. Das schwedische Startup hat insgesamt 122 Millionen Euro eingesammelt und plant die nächste E-Tretroller-Generation.


Foto: Dott

Disclaimer: Axel Springer ist auch Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.

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