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Diese App zeigt Eltern, wie sich der Nachwuchs in der Fahrschule anstellt

Drei Gründer wollen die Fahrschule aufs Handy holen – und setzen dabei auf das Uber-Prinzip. Rechtlich sind dem Startup in Deutschland aber Grenzen gesetzt.

Bücher, Ferienwohnungen, Taxifahrer – all das lässt sich online bereits vergleichen, buchen oder kaufen und per App bewerten. Ein ähnliches Prinzip wollen drei Gründer nun auf Fahrschulen übertragen. Über die App DrivEddy, die in diesen Tagen live geht, können Nutzer Fahrschulen finden, vergleichen und bewerten, sagt Robin Stegemann im Gespräch mit NGIN Mobility und Gründerszene.

Gemeinsam mit seinem Studienfreund Lasse Schmitt und Eike Bartels, früher iOS Lead Entwickler bei Foodora, hat Stegemann die Fahrschul-App entwickelt. Sie soll dabei helfen, den besten Fahrlehrer in der Umgebung zu finden. Daneben sind auch Informationen über Preise und Fahrzeugmodelle der jeweiigen Schule gelistet.

Ist der passende Fahrlehrer gefunden, kann eine Stunde direkt in der App gebucht und per Paypal oder Kreditkarte bezahlt werden – ähnlich wie bei Uber oder Mytaxi. Ein virtueller Kalender soll Fahrlehrer und -schüler eine schnelle und unkomplizierte Terminvereinbarung ermöglichen, versprechen die Gründer.

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Mit der App wollen sie Fahrschulen ins digitale Zeitalter holen, sagt das Trio. Schließlich, so die Argumentation, organisierten Jugendliche auch in anderen Bereichen einen Großteil ihres Lebens über das Smartphone. Fahrschulen seien dagegen noch weitgehend analog. CEO Stegemann: „Die Schüler mussten sich bislang immer noch umständlich online Informationen über Fahrschulen aus dem Internet herausziehen, sich auf die Empfehlungen von Freunden verlassen oder in der Umgebung an der Straße suchen“, sagt er. Apps, die das Autofahren lehren, gebe es nur wenige – und diese beschränkten sich meist auf die Vermittlung des theoretischen Wissens. Das reiche aber nicht, „um den Schülern eine echte Hilfestellung zu geben".

Auch die Eltern sehen, wie der Nachwuchs fährt

Nicht nur die jährlich knapp eine Million Fahrschüler in Deutschland will DrivEddy als Kunden gewinnen. Sondern auch Eltern, die in vielen Fällen „den Lappen“ mitfinanzieren. Damit sie wissen, wie es für den Nachwuchs hinterm Steuer läuft, bekommen sie am Ende einer Fahrstunde eine Übersicht darüber, was er oder sie bereits kann – und was noch nicht.

Dazu können die Fahrlehrer in ihrer Version der App eingeben, wo es beim Schüler noch hakt und wie viele Autobahn- und Über-Land-Fahrten bereits absolviert wurden. Für jeden Fahranfänger lässt sich ein Profil anlegen. Das soll den Lehrern helfen, den Überblick zu behalten.

Download und Nutzung von DrivEddy sind für alle Nutzer zunächst kostenlos. Doch natürlich will und muss das Startup auch Geld verdienen. Das läuft über eine Provision. Von jeder über die App gebuchten Fahrstunde kassiert das Startup zehn Prozent der Summe. Dass die Nutzer die App zwar für die Kontaktaufnahme zum Fahrlehrer nutzen, dann aber die Buchung analog vornehmen, um Kosten zu sparen, glauben die Gründer nicht. „Schließlich dient die Anwendung auch zur Dokumentation über die bereits absolvierten Fahrten“, sagt Stegemann. Und das funktioniere eben nur, wenn auch über die App gebucht werde.

In Deutschland gibt es rechtliche Hürden

Bis zum Launch der App haben die Gründer die Entwicklung überwiegend durch externes Kapital finanziert. In der Series A hat ein strategischer Investor rund eine halbe Million Euro in das Startup gesteckt. Die nächste Runde sei bereits in Vorbereitung, heißt es. Das neue Geld solle in die Expansion fließen. Das hat einen Grund: „Insbesondere im deutschen Markt können wir aufgrund strengerer und veralteter Gesetze das volle Potenzial von DrivEddy noch gar nicht entfalten“, sagt Stegemann. Beispielsweise sei es nicht möglich, innerhalb der Fahrausbildung die Fahrschule zu wechseln. Das Gesetz schreibe vor, dass die Fahrerlaubnis bei ein- und demselben Unternehmen erworben werden müsse. Solche Auflagen gebe es in anderen europäischen Staaten nicht – und auch in Deutschland werde sich das bald ändern, hoffen die Gründer.

Bild: DriveEddy

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