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Österreicher Tüftler lässt Aufzug für Lieferdrohnen patentieren

Wie kommt die Drohnenlieferung zu ihrem Empfänger im ersten Stock, wenn Bäume im Weg sind? Ein eigener Aufzug könnte die Lösung des Problems sein, glaubt ein Erfinder.

Flugdrohnen gelten als das Transportmittel der Zukunft für Lieferungen auf der letzten Meile, also dem Weg vom Paketzentrum zum Kunden. Doch wie soll das in Städten mit mehrgeschossigen Wohngebäuden funktionieren? Sollen Mieter bei einer Drohnenlieferung das Fenster öffnen, auf den Balkon gehen oder nach unten auf die Straße, um dort ihr Paket zu übernehmen? Oder doch in eine Paketstation mit einem Landeplatz für Drohnen? Der österreichische Erfinder Norbert Steiner, seit 1985 in der Aufzugsbranche tätig, hat sich jetzt die Idee eines Drohnenaufzugs patentieren lassen. 

Steiner findet, dass ein Aufzugschacht der ideale Ort für die Paketübergabe ist. Er verbindet alle Stockwerke vom Keller bis zum Dachgeschoss und ragt in der Regel über das Dach des Gebäudes hinaus. Somit können Drohnen das Dach als Start- sowie Landeplatz nutzen und durch den Schacht zum Endkunden fliegen. 

Paketstation im Aufzugsschacht

Der Österreicher stellt sich vor, dass es oben auf dem Haus eine Übergabestation für Pakete gibt. Von dort wird das Paket erst in die Aufzugskabine befördert und dann in einen Microhub, eine Art Paketstation mitten im Schacht. Der Empfänger nimmt seine Sendung aus diesem Zwischenlager entgegen, indem er in den Aufzug steigt und auf Höhe des entsprechenden Microhub stoppt. Der Empfänger öffnet das Paketfach mit einem Smartphone-Code. Retouren nehmen den umgekehrten Weg.

Steiner beziffert die Zusatzkosten für den Drohnenschacht pro Aufzug mit etwa 1.400 Euro. Der Markt ist riesig:. „Weltweit werden jeden Tag 4.000 Aufzüge gebaut“, sagt der Erfinder. Wann der erste Drohnenaufzug seinen Dienst aufnimmt, ist fraglich. Norbert Steiner sucht Partner wie Aufzugs- und Logistikfirmen, die seine Idee umsetzen. „Wir planen ein Pilotprojekt in Zürich“, sagt der Erfinder.

Eine Lieferdrohne von Matternet Bis der Drohnenaufzug Wirklichkeit wird, ist die Paketzustellung nur mit Fahrzeugen oder über Paketstationen möglich. Daimler arbeitet an einem Van für die Zustellung auf der letzten Meile, der mit einem Drohnenlandeplatz ausgestattet ist. Airbus zeigte in Singapur eine Paketstation mit Drohnenanbindung. Und DHL testete in Afrika den Einsatz von Flugdrohnen in der Medizin. In Deutschland wird Paketlogistik mit Drohnen erst möglich, wenn der Gesetzgeber dafür einen Rechtsrahmen schafft. 

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Bild: Matternet

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