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Batteriefabrik in Deutschland: e.Go-Gründer steigt aus

Der e.Go-Gründer wollte eine Batteriefabrik in NRW bauen. Dafür stellt der Wirtschaftsminister hohe Fördersummen bereit. Nun zieht sich Günther Schuh überraschend zurück.

Streetscooter- und e.Go-Gründer Günther Schuh hatte den Plan gefasst, die erste deutsche Zellfabrik in Nordrhein-Westfalen zu bauen. Wenig später stellte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Fördermittel in Milliardenhöhe für den Bau einer Batteriezellenfertigung in Deutschland in Aussicht. Sechs Unternehmensverbünde haben sich landesweit dafür beworben. Wie das Handelsblatt nun berichtet, habe Schuh überraschend die Bewerbung für die Fördermittel ausgeschlagen. Er galt als treibende Kraft des Projektes.

„Wir hatten gehofft, dass den Vorankündigungen verschiedener Partner auch Taten folgen. Aber leider ist es bislang bei unverbindlichen Zusagen geblieben“, sagte Schuh gegenüber der Zeitung. Im Februar hatten das von der Deutsche Post übernommene Unternehmen Streetscooter, der E-Autobauer e.Go, der Batterieproduzent BMZ und das Startup TerraE vermeldet, gemeinsam einen Standort aufbauen zu wollen. Weitere Zusagen von der „Privatwirtschaft“ seien zu gering ausgefallen, so Schuh „e.Go ist ein kleines Unternehmen, das die Risiken der anderen Partner nicht übernehmen könnte“, heißt es von Schuh in dem Medienbericht.

Die anderen Partner aus dem Verbund wollen trotzdem eine Zellfertigung in NRW aufbauen. Unter weiteren Antragsstellern für den staatlichen Fördertopf sollen sich laut Handelsblatt außerdem Unternehmen wie BASF, VW, PSA, BMW und Northvolt befinden.

Ein Startup soll Europas Batterieproblem lösen

Northvolt baut Europas größte Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen. Gegründet haben die Firma zwei ehemalige Tesla-Manager. Sie planen auch eine Gigafactory in Deutschland.

Mit der Gigafactory machte Tesla im Jahr 2014 den Anfang für eine im großen Maßstab angelegte Batteriefertigung. Lange Zeit fehlte es hierzulande an Ambitionen in dem Sektor. Erst 2017 machte das Startup TerraE mit einem Entwurf für einen deutschen Fertigungsstandort auf sich aufmerksam. Die Umsetzung sollte gemeinsam mit BMZ geschehen. Die nächste Ankündigung für eine Fertigung machte 2018 die Runde – allerdings von einem chinesischen Unternehmen. Etwa im gleichen Zeitraum gab Volkswagen bekannt, in die Batterieherstellung in den USA investieren zu wollen.

Bild: Marco Weimer für Gründerszene

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