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Die E-Roller-Anbieter stocken ihre Flotten erheblich auf

Zum Saisonstart werden mehr Leihfahrzeuge auf die Straße kommen. Das Bosch-Venture Coup ändert zudem sein Preismodell – was Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Noch sind sie nirgends zu sehen: die grünen und roten Leihroller von Coup beziehungsweise Emmy. Doch schon in der kommenden Woche werden die Unternehmen die Straßen und Bürgersteige wieder mit ihren elektrischen Fahrzeugen füllen. Allein Coup wird seine Flotte zur neuen Saison mit jeweils 500 Rollern in Berlin, Madrid und Paris erweitern, heißt es von CEO Bernd Schmaul. Zum Vergleich: 2018 waren es in Berlin 1.000 Fahrzeuge. Damit werden europaweit bald 5.000 der grün-schwarzen Leihroller unterwegs sein.

Auch das Berliner Startup Emmy zieht mit weiteren Fahrzeugen nach. 1.000 Roller standen bisher in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf zur Verfügung, davon 650 in der Hauptstadt. In Berlin sollen bis April 800 E-Schwalben fahren, sagt Gründer Valerian Seither gegenüber Gründerszene und NGIN Mobility. Der Emmy-Gründer plant, die Flotte in weitere Städte zu bringen. Man befinde sich bereits in Gesprächen, genauere Angaben möchte er nicht machen. Coup will vorerst keine neuen Städte hinzunehmen, wie Schmaul auf Nachfrage sagt. Es gehe stattdessen um die Produktverbesserung und den Ausbau der bestehenden Standorte.

Wer flexibel sein will, zahlt mehr

Neben dem Ausbau der Flotte ändert Coup sein Preismodell. Das Kundenfeedback habe gezeigt, dass Nutzer auch kürzere Fahrten machen möchten, so Schmaul. Deswegen werde eine minutenbasierte Abrechnung mit einer Mindestlaufzeit von zehn Minuten eingeführt, zu 21 Cent pro Minute. Zuvor wurde immer mindestens eine halbe Stunde berechnet. Kurzstecken werden dadurch günstiger. Die Flexibilität hat jedoch ihren Preis: Wer länger als eine halbe Stunde fährt, muss dafür künftig tiefer in die Tasche greifen. Außerdem werde das Mindestalter von 21 auf 18 Jahren gesenkt, um die Kundschaft zu vergrößern, so Schmaul. Auf die Nachfrage, ob Coup profitabel sei, heißt es, das man „erfolgreich“ unterwegs sei.

Elektrische Tretroller sollen doch auf Gehwegen fahren dürfen

Scheuer schafft den Gehweg ab, kritisiert die Fußgängerlobby. Einem Bericht zufolge haben Roller-Unternehmen eine Liberalisierung der geplanten Verordnung durchgesetzt.

Mit dem Saisonstart der E-Roller werden in diesem Frühjahr auch zahlreiche Startups mit Sharing-Diensten für elektrische Tretroller auf die Straße drängen und so das Mobilitätsagebot erweitern. Emmy-Gründer Valerien Seither blickt dem gelassen entgegen: „Mit den Tretrollern wird es eine Bewegung im Markt geben, die die Mobilitätswende weiter vorantreibt. Es geht uns allen darum, dass wir die Autos aus den Städten bekommen.“ Der Coup-Chef vertritt einen ähnlichen Standpunkt: „Ich sehe es als Ergänzung“, sagt Schmaul. „Klar gibt es Fälle, wo die Wahl zwischen einem E-Scooter oder E-Tretroller besteht. Ich glaube aber, dass wir den Premium-Service haben und man sich für Coup entscheidet.“ Beide Unternehmen haben ein Auge auf den neuen Tretroller-Markt, wollen aber bis auf Weiteres ihr Angebot nicht um die neue Fahrzeugklasse ergänzen, heißt es von den Verantwortlichen.



 

Bild: Coup

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