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Elektroauto mit Startproblemen – Schuld ist der Dieselskandal

Der Elektrokleinwagen e.Go Life des Streetscooter-Erfinders Günther Schuh wird drei Monate später als geplant vom Band rollen. Der Grund für die Verzögerung klingt bizarr.

Ausgerechnet der Dieselskandal bremst die Mobilitätswende aus. Die Aachener e.Go AG muss den Serienstart ihres Kleinwagens e.Go Life um drei Monate nach hinten verschieben. Das Stadtauto mit einer Reichweite von 100 Kilometern, das knapp 16.000 Euro kostet, sollte ursprünglich Ende des Jahres in der Fabrik bei Aachen vom Band laufen (siehe Video unten).

Der Grund: Zulieferer sind nach dem Dieselskandal vorsichtiger geworden und wollen genau wissen, was mit ihren Produkten geschieht, um nicht nachträglich für Missbrauch haftbar gemacht zu werden. Die Corporate Governance Regeln vieler Zulieferer hätten sich geändert, schreibt Unternehmensgründer Günther Schuh in einem Entschuldigungsbrief an die Besteller des Fahrzeugs, der Gründerszene und NGIN Mobility vorliegt. Einige Zulieferer wollen das fertige Gesamtfahrzeug abnehmen.

Serienproduktion startet im März

Vier Zulieferer geben ihre Komponenten nach Schuhs Worten erst im April 2019 frei. Deshalb könne e.Go auch erst im März 2019 die Serienproduktion hochfahren, weil man nicht 1.000 Fahrzeuge auf Halde produzieren könne.

Bislang seien keine Kunden in nennenswerter Zahl abgesprungen, erklärt das Unternehmen. Momentan werde daran gearbeitet, mit allen Bestellern Kaufverträge abzuschließen, damit diese trotz der Verzögerung in den Genuss der staatlichen Umweltprämie für emissionsfreie Autos kommen. Dazu müssen Kaufverträge bis Ende Juni 2019 unterzeichnet werden.

e.Go will in zwei Schichten arbeiten

Ab Juni 2019 will e.Go den Zweischichtbetrieb einführen, um die geplanten Stückzahlen zu liefern. „Wir gehen davon aus, dass dadurch alle bisherigen Vorbesteller zwischen April und September 2019 ihren e.GO Life bekommen werden“, erklärt Schuh. Zunächst sollen jährlich 10.000 Fahrzeuge vom Band laufen, später werde die Produktion auf bis zu 30.000 Exemplare pro Jahr gesteigert, verspricht das Unternehmen.

Trotz der Verspätung steht das nächste Projekt des Unternehmens in den Startlöchern: Ende 2019 soll die Produktion des elektrischen Kleinbusses „Mover“ beginnen. Angepeilt ist die Produktion von 400 Fahrzeugen im ersten Jahr, bis 2021 soll die Produktion auf 15.000 Stück jährlich steigen. Das Technologieunternehmen ZF und die e.Go hatten dazu im Juni 2018 ein Joint Venture bekannt gegeben.

Die Autoproduktion neuer Player gerät immer wieder ins Stocken. Zuletzt war Tesla in den Schlagzeilen, weil das Unternehmen sein Wochen-Soll von 10.000 Fahrzeugen des Model 3 nicht liefern konnte, was aber anscheinend mittlerweile gelingt.

Bild: e.Go

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