Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Die elektrische Faltroller-Flotte fürs Büro

Das estländische Startup will eine Ergänzung zum ÖPNV etablieren. Mit dem elektrischen Roller Stigo sollen Angestellte die letzte Meile zum Büro zurücklegen.

Um den Verkehr zu entlasten, sollen Pendler in deutschen Großstädten künftig die letzte Meile mit elektrischen Shuttles, Scootern und Floatern zurücklegen. Eine Nische in diesem Segment will das estländische Startup Stigo besetzen, das nun auch einen Flotten-Service für Unternehmen startet.

Das Startup versucht, mit seinem erweiterten Geschäftsmodell Firmen eine Ergänzung zum ÖPNV zu bieten. Mit einem Gewicht von 14 Kilogramm kann der faltbare Roller mit in Bus und Bahn sowie ins Büro genommen werden. Mit monatlichen Kosten ab 89 Euro ist das Fahrzeug etwa so teuer wie ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Günstiger als ein geleaster Diesel-Kleinwagen ist er damit allerdings nicht.

Stigo kümmert sich um die Wartung der Fahrzeuge. Die Firmenflotten können in den Großstädten Berlin, München, Hamburg und Frankfurt gebucht werden. Anders als bei stationsbasierten Flotten oder Free Floating können die Stigo-Roller nicht per App gebucht werden, sondern werden an das Unternehmen ausgeliefert.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 20 km/h und einer Reichweite von 15 bis 19 Kilometern reicht das Fahrzeug tatsächlich nur für kurze Strecken. Geladen werden kann an der Steckdose. Mit knapp 3,5 Stunden Akkuladezeit werden pro Ladung etwa 50 Cent fällig. Die mangelnde Federung und die gebückte Haltung, die man auf dem 50 x 45 x 120cm großen Fahrzeug einnimmt, lassen hinsichtlich der Bequemlichkeit auf Dauer zu wünschen übrig, wie unser Praxistest gezeigt hat (siehe Video unten).

Im Vergleich zu E-Floatern wie elektrischen Skateboards oder Rollern hat der Stigo eine Straßenzulassung. Mit einem Mofa- oder Autoführerschein kann der Faltroller im öffentlichen Verkehr bewegt werden. Für E-Floater ist kein Führerschein notwendig. Noch in diesem Jahr soll eine entsprechende Gesetzgebung auf den Weg gebracht werden, damit die elektrischen Fahrzeuge für Fahrradwege zugelassen werden können. Bisher sind sie nicht zulässig, ein Versicherungsschutz ist darum nicht gewährleistet.

Bild und Video: Marco Weimer

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain