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Vorbild China: Elektrobusse für den Stadtverkehr

Sie sollen in den Städten für bessere Luft sorgen. Und noch ein anderer Grund spricht für die Anschaffung der emissionsarmen Fahrzeuge.

Hamburg macht dichtab dem 31. Mai gelten dort auf einigen Straßen Fahrverbote für alle Diesel, die nicht der europäischen Abgasnorm 6 entsprechen. Grund ist die schlechte Luft. Neben Hamburg sind noch knapp weitere 70 deutsche Städte von Dieselfahrverboten bedroht.

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Eine Maßnahme ist der Umstieg auf E-Busse. Bisher ist allerdings nicht viel passiert. Beispiel Berlin: Laut Berliner Zeitung fahren hier nur eine handvoll der insgesamt 1.500 Busse elektrisch.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten sieht es so aus, als käme der Markt in Bewegung: Das legt zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie von Bloomberg New Energy Finance nahe. Schon ab 2019 werden E-Bussen demnach über den gesamten Betriebszeitraum betrachtet unterm Strich günstiger sein als Dieselfahrzeuge – unabhängig davon, wie sie geladen werden und wie groß die Batterie ist. Das liege vor allem daran, dass der Batteriepreis, der bislang ein Viertel des Fahrzeugpreises ausmache, in den nächsten Jahren um acht Prozent fallen werde, heißt es in der Studie.

In der chinesischen Metropole Shenzen fahren ausschließlich E-Busse

Dass der Markt Fahrt aufnimmt, hat vor allem einen Grund: China. Bei der Umstellung auf emissionsarme Antriebe meldet das Land spektakuläre Erfolge. Während Berlin noch die Modelle verschiedener Hersteller testet, hat die chinesische Millionenstadt Shenzhen ihre öffentliche Bus-Flotte bereits komplett elektrifiziert. Innerhalb von wenigen Jahren wurden alle rund 16.000 Diesel-Fahrzeuge durch emissionsarme Fahrzeuge ersetzt. Möglich wurde das vor allem durch großzügige staatliche Subventionen. In Shenzen hat auch der derzeitige Marktführer für E-Busse seinen Sitz: BYD (Build Your Dreams).

Landesweit fahren in China mittlerweile 17 Prozent aller öffentlichen Busse mit Strom. Weltweit sind laut Bloomberg derzeit 385.000 E-Busse unterwegs. 99 Prozent davon in China, schätzen die Analysten.

Solche Erfolgsmeldungen dürften der Grund dafür sein, warum die Berliner Wirtschaftssenatorin im Sommer mit einer Delegation nach China reisen will, um sich dort über den Einsatz von Elektro-Bussen zu informieren. Schließlich hat man sich vorgenommen, bereits 2018 den ersten elektrischen Bus in der Hauptstadt einzusetzen, insgesamt sind 45 Busse mit E-Antrieb ausgeschrieben.

Auf der Suche nach Anregungen aus China

Allzu große Hoffnung sollten die Berliner jedoch nicht auf die chinesischen E-Busse setzen. Glaubt man den Berichten der US-Zeitung Times, machen die Busse der chinesischen Hersteller in Los Angeles reichlich Ärger. Dort seien die ersten fünf E-Fahrzeuge des chinesischen Herstellers BYD bereits nach fünf Monaten wegen technischer Mängel wieder von der Straße genommen worden. Der BVG ergeht es mit den in Berlin eingesetzen Bussen von Solaris aus Polen nach eigenen Angaben nicht besser.

Solche Nachrichten verschaffen den deutschen Herstellern etwas Luft. Die hinken bisher deutlich hinterher. Mercedes will zum Jahresende mit dem E-Bus Citaro E-Cell in Serie gehen, bei MAN rechnet man mit 2020.

Bild: Getty Images / VCG

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