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Dieses Scooter-Startup schlägt versöhnliche Töne an

Ob das Geschäftsmodell des Scooter-Sharings funktioniert, ist fraglich. Ein Startup aus Holland setzt nun auf die Kooperation mit den Städten und anderen Playern.

Und noch ein Sharingdienst für elektrische Tretroller: Das niederländische Startup Zero will von Berlin aus den europäischen Markt aufrollen und tritt in Konkurrenz zu gutfinanzierten US-Playern wie Lime und Bird, das schon mit einem Roller-Pilotprojekt in Bamberg gestartet ist. Auch kleinere Anbieter wie Voi aus Schweden, die beiden Berliner Startups Tier Mobility und Flash sowie Hive, der Scooter-Dienst von Mytaxi (Daimler), arbeiten jeweils an einem Angebot.

Alle potenziellen Marktteilnehmer warten gespannt auf das für das Frühjahr 2019 geplante grüne Licht des Gesetzgebers, denn das Fahren mit elektrischen Tretrollern ist in Deutschland bekanntlich noch verboten. Eine entsprechende Verordnung wird gerade überarbeitet und soll im ersten oder zweiten Quartal dieses Jahres erlassen werden.

Neue Details zu Scooter-Verordnung

Wie aus dem Bundesverkehrsministerium zu erfahren war, sind die Anhörungen der Länder und Verbände abgeschlossen. Nun steht noch die Notifizierung der Verordnung durch die EU-Kommission und die Beschlussfassung im Bundesrat an. Eckpunkte der Verordnung sind: Lenkstange, Tempolimit 20 km/h, Leistung bis 500 Watt, Versicherungsschutz, Mofa- oder anderer Führerschein, keine Helmpflicht. Die Scooter müssen zudem „fahrdynamische Mindestanforderungen“ erfüllen.

Ergänzend bestätigte das Ministerium, dass entgegen früheren Plänen für Fahrzeuge ohne Lenkstange – wie Hoverboards – im ersten Halbjahr 2019 eine wissenschaftlich begleitete Ausnahmeverordnung erlassen werden soll. „Die Ausnahmeverordnung ist nicht zustimmungspflichtig im Bundesrat, dadurch ist das Verfahren recht schnell“, erklärt das Ministerium.

Zero setzt auf Kooperation

Die Holländer verfolgen eine andere, versöhnlichere Strategie als die US-amerikanischen Unternehmen, die mit Wagniskapital in der Höhe von Hunderten Millionen US-Dollar ausgestattet sind (hier ein Überblick). Sie setzen auf Kooperation mit anderen Mobilitätsdienstleistern und den Städten. Denn eines hat man aus dem Roller-Boom in den Staaten gelernt: Ohne Kooperation geht es nicht. Die neuen Fahrzeuge erfordern eine Regulierung – sei es im beim Abstellen der Roller oder bei der Beachtung von Verkehrsregeln.

„Wir beabsichtigen, unseren Benutzern den Zugriff auf die jeweils anderen Mobilitätsanbieter zu ermöglichen, anonymisierte Daten zu teilen und E-Scooter-Spots in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln zu optimieren“, antwortet Gründer Wouter Moekotte auf die Frage nach der geplanten Kooperation. „Speziell für kleine und mittelständische E-Scooter-Unternehmen wollen wir Hardware und Ersatzteile gemeinsam beschaffen. Im Wesentlichen geht es darum, als europäisches Netzwerk Geld beschaffen.“


Die Elektroroller-Lobby sollte mit dem Jammern aufhören

Radwege und Bürgersteige sind keine Erwachsenen-Spielplätze und auch keine Selbstverwirklichungszonen. Deshalb macht eine Regulierung des Scooter-Trends Sinn.

Wouter Moekotte hat bereits die Öko-Startups Bio Futura (wiederverwertbare Becher und Trinkhalme) und Beo Bottle (Recycling-Trinkflasche) gegründet hat.

Zero will seine Roller nach einem noch nicht näher lokalisierten Pilotprojekt demnächst in Berlin und in niederländischen Städten auf die Straße bringen.

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Bild: Zero

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