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Endlich – das Ende des Verbrennungsmotors!

Weg mit der alten Technik. Es wird Zeit für radikale Schritte und damit auch einem schnellen Abschied vom Verbrennungsmotor.

Der Verbrenner war eine gute Idee. Aber seine Zeit ist vorbei. Der Grund ist einfach: es gibt nicht genug Öl. Selbst wenn man eine Technik erfindet, mit der man noch aus dem letzten Sandkorn das Rohöl heraus lutschen kann – irgendwann ist Schluss. Wir brauchen aber Öl. Zum Beispiel in der Pharmaindustrie oder um wichtige medizinische Geräte herzustellen. Natürlich kann man den letzten Liter Öl auch auf der Autobahn verheizen, aber ich vermute mal, dass man das spätestens dann bereut, wenn es einen Lieferengpass bei Herzschrittmachern, Stents oder anderen Produkten gibt.

Das Ende des Verbrennungsmotors wird nicht auf einen Schlag kommen. Das will auch niemand. Aber dass es kommen wird, ist sonnenklar. Und dabei mit Privatfahrzeugen zu beginnen, ist keine schlechte Idee. Denn bis man LKW oder Flugzeuge auf Wasserstoffantriebe oder ähnliches umrüsten kann, werden noch einige Jahre vergehen. Um die globalen Lieferketten aufrecht erhalten zu können, werden wir noch lange auf Öl setzen müssen.

Je früher wir Alternativen zum Verbrennungsmotor suchen, desto besser. Jetzt wäre kein schlechter Zeitpunkt, denn verschiedene Technologien sind so weit.

Der Dieselmotor macht weniger Dreck – aber Dreck

Ja, die neuen Euro-6d-Diesel sind sehr sauber. Verglichen mit dem, was noch vor ein paar Jahren gebaut wurde. Die Kombination aus SCR-Katalysator (Bluetec) und Russpartikelfilter macht den Diesel ziemlich ertragbar. Leider ist die Abgasreinigung extrem teuer. So teuer, dass selbst VW mittlerweile sagt, dass sich der Bau von kleinen Dieselmotoren nicht mehr lohnt. Man will den Diesel nur noch in großen und schweren Fahrzeugen einsetzen.
Andere Teile der Industrie verteidigen den Dieselmotor weiter als sinnvolle und umweltschonende Variante des Verbrennungsmotors.

Ein bisschen klingt die Argumentation wie bei einem Alkoholiker, der behauptet, dass Wein weniger schädlich für die Leber sei als Whisky, weil er weniger Alkohol enthalte. Logischerweise wäre es aber besser, wenn man den Wein ganz wegließe. Das gilt auch für den Feinstaub und den Dieselmotor. Zu sagen, ein Dieselmotor mache viel weniger Dreck, ändert nichts an der Tatsache, dass er dennoch Dreck macht.

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Gegner der E-Autos argumentieren, dass die Stromerzeugung ebenfalls sehr viel Schadstoffe verursacht. Zumindest, so lange Kohlekraftwerke den Strom herstellen. Das Benzin kommt allerdings aus Raffinerien, die auch nicht gerade mit Luft betrieben werden. Wo kommt der Strom für die Raffinerien her? Eben. Aus Kohlekraftwerken. Da ändert sich nicht viel. Dazu kommt, dass gerade Deutschland den Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigern wird. Der lag 2016 bei rund 30 Prozent. 2030 sollen es schon 65 Prozent sein.

Je schneller wir umstellen, desto mehr profitieren wir in Zukunft

Niemand behauptet, dass wir alle morgen den Verbrenner auf den Schrottplatz fahren müssen und alle vor den Ladesäulen Schlange stehen. Selbst die optimistischsten Schätzungen gehen von einem Verkaufsanteil von 35 Prozent bei Elektrofahrzeugen im Jahr 2025 aus. Also werden auch 2025 noch 65 Prozent aller Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet. Bis der gesamte Fuhrpark von knapp 45 Millionen Autos in Deutschland ausgetauscht ist, dauert es, selbst mit einem Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotor im Jahr 2035, vermutlich bis 2050.

Und das ist eigentlich viel zu lange. Aber vielleicht schafft es diese oder die nächste Regierung ja, den nötigen Umbau der Mobilität schneller voran zu treiben. Denn je schneller sich die Industrie umstellt, desto mehr wird sie in der Zukunft profitieren.

Foto: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Jens Rost

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