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Berliner Satelliten-Startup Exolaunch bietet Mitflugzentrale ins All

Kleinsatelliten sind unersetzbar für die Kommunikation und die Beobachtung der Erde. Ein Berliner Startup schießt sie reihenweise ins All. Das Geschäft boomt.

Exolaunch ist eine Mitfahrzentrale der besonderen Art. Das Berliner Unternehmen schießt Kleinsatelliten ins All. Der letzte Start fand Weihnachten im russischen Raumfahrtbahnhof Wostotschny statt. Der nächste ist für Sommer 2019 geplant, wenn 40 der überwiegend schuhkartongroßen Satelliten ihre Reise in den Orbit antreten. Die Satelliten ermöglichen die Telekommunikation auf der Erde, bewachen den Planeten und dienen vielen weiteren Experimenten.

Dmitriy Bogdanov hat das Unternehmen Exolaunch gegründet. Er zog 2000 aus Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan, nach Berlin, weil er Raumfahrtwissenschaften studieren wollte. Während seiner Ausbildung kam er mit der damals neuen Technologie der Kleinsatelliten in Berührung, die 500 bis 700 Kilometer von der Erde entfernt mit einer Geschwindigkeit von etwa sieben Kilometern pro Sekunde den blauen Planeten umrunden.

„Es gab keinen Markt und auch keine relevanten Dienstleistungen“

Damals konnten diese Satelliten noch nicht viel. Sie waren gerade einmal in der Lage, Radiosignale zu senden und zu empfangen. „Das kann man sich wie WhatsApp in einer primitiven Form vorstellen“, erklärt der Wissenschaftler. „Keiner hat geglaubt, dass diese Technologie eine Zukunft hat“, erinnert er sich. Doch Bogdanov war von dieser Technologie überzeugt. Rund 20 Jahre später hat sie sich unter dem Begriff New Space durchgesetzt. New Space ist der Sammelbegriff für Entwicklung, Bau, Launch und Betrieb kleiner Satelliten.

Die Technische Universität Berlin (TUB) hatte 1991 ihren ersten Satelliten TUBSat-A entwickelt, gebaut, in den Orbit geschossen und dann zu Forschungszwecken betrieben. Alle zwei Jahre folgte ein neuer Satellit: erst TubSat-B, dann TUBSat-C. An diesen Projekten arbeitete Bogdanov bereits mit – erst als Student, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er entwickelte unter anderem die Bodenstation, in der die Signale aus dem All aufgefangen und ausgewertet wurden.

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Zu dieser Zeit hat sich der gebürtige Usbeke vorwiegend aus akademischen Gründen mit Satelliten beschäftigt. „Es gab keinen Markt und auch keine relevanten Dienstleistungen“, sagt Bogdanov. In dieser Zeit interessierte sich die Raumfahrt nur für mehrere Tonnen schwere Großsatelliten, die mit den kostspieligen Raketen staatlicher oder halbstaatlicher Organisationen ins All geschossen wurden. New Space stand da nicht im Fokus.

Berlin gilt als führendes New-Space-Zentrum – mit einem eigenen Masterstudiengang in Luft- und Raumfahrttechnik. Dieser Lehr- und Forschungsschwerpunkt trug dazu bei, dass sich mittlerweile mehr als 70 Forschungsinstitute und Unternehmen in der deutschen Hauptstadt angesiedelt haben. Die Technische Universität, die seit 1963 auf diesem Gebiet forscht, hat bisher 16 Satelliten in den Weltraum befördert. „In diesem Jahr werden wir noch fünf weitere Satelliten starten, und auch für 2020 und die folgenden Jahre sind Starts geplant“, erklärt ein Sprecher der Hochschule.

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