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Ein halbes Jahr nach Gründung – 50 Millionen für E-Tretroller-Sharing Voi

Mit einer großen Finanzierungsrunde bereitet sich das Startup Voi auf die Europaexpansion vor. Der Gründer verrät, wie und wann es in Deutschland losgeht.

Es ist ein Investment, das ein Zeichen für die Relevanz einer jungen Branche setzt. In den USA fließen bereits seit etwa zwei Jahren Hunderte Millionen Dollar in E-Tretroller-Startups wie Bird, hierzulande geht der Hype gerade los. Mit einem neuen Investment heizt sich der europäische Wettbewerb nun auf: Ein halbes Jahr nach der Gründung sammelt das schwedische Startup Voi insgesamt 50 Millionen Dollar ein – viel Geld für ein junges Unternehmen. Der bekannte Londoner Wagniskapitalgeber Balderton Capital und andere Wagniskapitalgeber sowie namhafte Business Angels wie Justin Mateen (Tinder) und Nicolas Brusson (BlaBlaCar) stecken ihr Geld in das Unternehmen aus Stockholm.

Bereits in der Seed-Runde im August dieses Jahres hatte das Startup drei Monate nach Gründung 2,9 Millionen von Vostok New Ventures erhalten. Seit Mai ist das Startup in Stockholm, Madrid, Zaragoza und Malaga aktiv und hat nach eigenen Angaben 120.000 Nutzer und Tausende Roller im Einsatz. Die genaue Anzahl möchte das Unternehmen auf Nachfrage nicht bekannt geben.

Voi-Gründer Fredrik Hjelm

Mit dem Geld sollen weitere Roller auf europäische Straßen gebracht und unter anderem auch der Markteintritt in Deutschland vorbereitet werden, sagt Gründer Fredrik Hjelm gegenüber Gründerszene und NGIN Mobility. „Wir würden gern so schnell wie möglich auf den deutschen Markt kommen“, so Hjelm. Man stehe bereits im Austausch mit deutschen Politkern und den Kommunen. Da die Verordnung für die neue Fahrzeugklasse voraussichtlich erst im Frühjahr 2019 rechtskräftig sein wird, möchte sich Hjelm noch nicht genau festlegen. Der Markteinstieg werde voraussichtlich parallel mit der Zulassung der neuen Fahrzeugklasse erfolgen. Im Vergleich zum US-Wettbewerber Bird habe Voi von Anfang an mit den Städten zusammengearbeitet, um Chaos auf den Bürgersteigen zu vermeiden, sagt der Gründer.

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„Wir sorgen dafür, dass die Roller nicht überall herumliegen“, verspricht der Gründer. Es sei eine Frage der Erziehung des Nutzers. Wie das konkret funktionieren soll, sagt Hjelm dagegen nicht. Für das Nachladen und Umstellen der Fahrzeuge werde ein lokaler Wartungsdienstleister verpflichtet, der sich um das Flottenmanagement kümmert. Die Roller müssen über Nacht eingesammelt und geladen werden.

Wettlauf um einen neuen Markt

Neben Voi versuchen auch deutsche Anbieter einen Sharing-Service zu etablieren. Der Daimler-Konzern hatte kürzlich bekannt gegeben, mit seiner Tochter Mytaxi in das Geschäftsfeld einzusteigen. Da die hiesige Gesetzeslage unklar ist, sollen die Tests in Südeuropa beginnen. Im Gründerumfeld haben sich die beiden Szene-Größen Lukasz Gadowski und Lawrence Leuschner mit Go Flash und Tier Mobility im dem Bereich aufgestellt. Erst kürzlich hat Tier Mobility 25 Millionen Euro eingesammelt. Voi-Gründer Hjelm sind die beiden Namen vertraut. „Wir tauschen uns aus und arbeiten an der gleichen Vision.“ Hjelm betont, dass man auch mit lokalen Anbietern zusammenarbeiten wolle. 

Auf diese zwei Berliner Scooter-Startups schaut die ganze Szene

Mehrere prominente Teams wollen E-Tretroller-Sharing nach Deutschland bringen. Das US-Vorbild Bird ist in wenigen Monaten zum Milliardenunternehmen aufgestiegen.

Bild: Voi

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