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Was der Unu-Gründer SUVs und Nationalismus entgegensetzen will

Vor zehn Jahren hätte Pascal Blum nicht geahnt, heute dort zu stehen, wo er ist. Neben seinem Beruf sieht er sich inzwischen ganz anderen Herausforderungen ausgesetzt.

Das Jahr 2020 steht in den Startlöchern. Ein Startup-Jahrzehnt geht damit zu Ende. Wir lassen in unserem Neujahrsfragebogen noch einmal einige der spannendsten Persönlichkeiten der Gründerszene zu Wort kommen.

Das E-Roller-Startup Unu gründete Pascal Blum zusammen mit seinem Schulfreund Elias Atahi im Jahr 2013. Zuletzt hat das Berliner Unternehmen seine neue Roller-Generation vorgestellt. Mitgründer Atahi kündigte an, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Wir haben seinen Mitgründer um einen Rückblick gebeten.

Pascal, was hast du vor zehn Jahren gemacht?

Vor ziemlich genau zehn Jahren habe ich mein Studium begonnen. Obwohl ich eigentlich immer Industriedesign studieren wollte, habe ich mich aufgrund meines fehlenden technischen Talents für Wirtschafts- und Politikwissenschaften entschieden. Inspiriert von Alexander Osterwalders Business Model Generation wollte ich Design und BWL verbinden, um Geschäftsmodelle zu analysieren und zu erneuern. Auf diesen Ansatz haben wir am Ende auch bei unserer Gründung von Unu aufgebaut. Der Kreis hat sich also geschlossen.

Wie hättest du reagiert, wenn dir 2010 jemand gesagt hätte, was du heute tust?

Wenn ich gewusst hätte, dass ich in so einer glücklichen Situation lande, hätte ich mich extrem gefreut – ich bin gesund und darf jeden Tag meiner Leidenschaft nachgehen. Schon damals war mir klar, dass ich nach dem Studium keinem 9-to-5-Job bei einem großen Unternehmen nachgehen möchte, sondern eher bei einem jungen Unternehmen anheuern oder selber gründen würde.

Mit welchen Trends der letzten zehn Jahre hättest du niemals gerechnet?

Was ich damals sicher nicht für möglich gehalten hätte, sind irrationale Trends, wie das weltweite Wiedererstarken von Nationalismus, oder dass das Wachstum des SUV-Marktes bis heute anzieht.

Welche Trends hast du überbewertet?

Ich halte Social Media und Virtual Reality für überbewertet. Langfristig hoffe ich, dass Menschen wieder stärker auf echte Begegnungen und Erfahrungen setzen werden, da neue Technologie das Leben einfacher machen, aber nicht bestimmen sollte.

Technologie, Politik, Gesellschaft: Wie stellst du dir das nächste Jahrzehnt vor? Welche Wünsche hast du?

Wie viele Menschen in meiner Generation sehe ich den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen der Menschheit an, die in den nächsten zehn Jahren angegangen und nachhaltig gelöst werden muss. Da das Klima sich nicht an nationale Grenzen hält und nur durch globale Zusammenarbeit gerettet werden kann, besteht die Chance, dem Nationalismus Einhalt zu gebieten und endlich als Weltgemeinschaft zu agieren.

So fährt sich der neue Unu-Scooter – und das haben die Macher damit vor

Wir haben die erste Probefahrt gemacht und die Gründer gefragt, was sie mit dem Einstieg ins Sharing-Geschäft anders machen wollen als die Konkurrenz.

Was hast du dir für die nächsten zehn Jahre vorgenommen?

In den kommenden Jahren liegt mein voller Fokus auf der weiteren Entwicklung von Unu, da wir noch unglaublich viel vor haben. Wenn aber Politiker weiterhin den aktuellen Problemen aus dem Weg gehen, würde ich auch überlegen, politisch stärker aktiv zu werden, da wir nur einen Planeten haben und die Zeit nicht zurückdrehen können.

Bild: Pascal Blum, Unu

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