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40 Taxifirmen kündigen beim Mytaxi-Nachfolger Free Now

Die Kutscher sind sauer, weil das Joint Venture von BMW und Daimler mit billigen Mietwagen die Preise verdirbt. Damit will Free Now mit Uber mithalten.

Münchener Taxiunternehmen protestieren gegen den Mobilitätsdienst Free Now (früher Mytaxi) und kündigen die Zusammenarbeit auf. Damit protestieren sie gegen das neue Mietwagen-Angebot des Joint Venture von BMW und Daimler. Es bietet unter der Marke Ride Mietwagen günstiger als Taxen an und will damit vor allem gegen den US-Taxidienst Uber konkurrieren, der ebenfalls dieses Geschäftsmodell verfolgt. Die Taxibranche sieht solche Angebote im Widerspruch zum Personenbeförderungsgesetz.

„Totengräber des Taxigewerbes“

„Wir haben die Totengräber des Taxigewerbes viel zu lange unterstützt“, zitiert das Branchenmagazin Taxi Times einen Fuhrunternehmer. Die Branche fühlt sich verraten, weil sich Mytaxi stets als Partner der Branche dargestellt hat. Mytaxi betreibt eine digitale Taxizentrale, die Fahrten per App vermittelt und abrechnet. Damit greift das Unternehmen herkömmliche Taxizentralen an, die Aufträge für Taxifahrten vor allem telefonisch entgegennehmen und an angeschlossene Taxiunternehmen weitergeben.

Free Now bestätigte auf Anfrage von Gründerszene, dass 40 Taxiunternehmen die Verträge aufgekündigt haben. Die Taxi Times spricht von 800 Fahrern und 50 Unternehmen. „Taxi ist und bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells, unsere Fahrer sind unsere wichtigsten Partner“, versichert Free-Now-Sprecher Dennis Heinert. „In München bleiben nach dieser bedauerlichen Entscheidung deutlich über 2.000 aktive Fahrer angeschlossen.“ Seit der Einführung des Mietwagendienstes Ride verzeichnet Free Now nach Eigenangaben mehr Touren. „Das zeigt, dass wir mit Ride eine neue Zielgruppe ansprechen und Kunden gewinnen, die sich eventuell nicht für ein Taxi entschieden hätten“, sagte Heinert.

Mit Rabatten gegen den Fahrdienst Uber

Free Now nehme die Situation ernst und bemühe sich gemeinsam mit Taxiunternehmern, deren Kerngeschäft zu erweitern. Der internationale Wettbewerb sei deutlich spürbar. „Neue Anbieter drängen auf den deutschen Markt. Diesen Markt wollen wir ihnen nicht überlassen“, sagte Heinert. Zum Markteintritt wirbt Free Now mit Rabatten für Mietwagenfahrten.

Für die Fuhrunternehmen ist die Kündigung riskant. Denn ihre Fahrer verlieren auf einen Schlag viele Aufträge – und das kurz vor dem Oktoberfest, dem auftragsstärksten Zeit des Jahres. Laut Taxi Times sollen sie bei den Funkzentralen Isar Funk und Taxi München unterkommen. 

Die Taxi-Betriebe kämpfen derzeit gegen den Rest der Mobilitätswelt: gegen den US-Mobilitätsdienst Uber, gegen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der das Personenbeförderungsgesetz novellieren will – und nun auch gegen Free Now.

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Bild: Free Now

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