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Geplatze Finanzierungsrunde: Reise-Startup FromAtoB meldet Insolvenz an

Der Markt mit Reise-Apps ist stark umkämpft. Nun muss das Startup FromAtoB Insolvenz anmelden. Uns hat der Geschäftsführer verraten, wie es jetzt weitergehen soll.

Das Aachener Startup FromAtoB hat diese Woche Insolvenz angemeldet. Das geht aus einem Eintrag im Insolvenzregister hervor. Grund sei eine geplatzte Finanzierungsrunde, sagte Geschäftsführer Gunnar Berning auf Nachfrage von NGIN Mobility und Gründerszene.

Zuletzt hatte FromAtoB im Jahr 2016 frisches Geld eingesammelt. Damals gaben Crunchbase zufolge unter anderem der französische VC Seventures Partners, die deutsche Förderbank KfW und der europäische Wagniskapitalgeber Creathor Venture insgesamt rund 9,5 Millionen Euro. 

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Über das Portal lassen sich Reisen per Zug, Flug, Fernbus und Mitfahrgelegenheit miteinander vergleichen. Dafür vereint das Startup laut eigener Aussage das Angebot von 750 Anbietern. Neben Deutschland ist das Portal in Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich verfügbar.

FromAtoB wurde 2008 von Daniel Nolte, Johannes Graßmann, Veit Blumschein in Aachen gegründet. Die Gründer sind mittlerweile aus dem Unternehmen ausgeschieden, Blumschein stehe aber noch beratend zur Seite, heißt es.

Das Geschäftsmodell des Startups: Für jedes über das Portal gebuchte Ticket erhält FromAtoB, das hierzulande damals unter dem Namen Verkehrsmittelvergleich.de startete, eine Provision von dem jeweiligen Anbieter. Zusätzliches Geld spielten auf der Seite geschaltete Werbeanzeigen ein, schreibt das Unternehmen auf der eigenen Webseite.

Die Konkurrenz ist groß

FromAtoB muss sich auf dem Markt mit multimodalen Reise-Apps gegen eine Reihe von Konkurrenten behaupten, darunter Qixitt (Deutsche Bahn), Moovel (Daimler), Waymate, Ally und das hoch bewertete Berliner Startup GoEuro. Stiftung Warentest verwies fromAtoB bei einem Vergleich mit den Wettbewerbern im Januar 2017 zusammen mit Ally auf den letzten Platz. Hauptkritikpunkt: Es würden wesentlich weniger Verkehrsmittel und Fahrtmöglichkeiten einbezogen als bei den Wettbewerbern. Somit könne nicht immer eine günstige oder praktische Fahrtmöglichkeit aufzeigt werden als bei den anderen, hieß es zur Begründung.

Für den Geschäftsführer nicht die erste Insolvenz

Der jetzige Geschäftsführer Gunnar Berning stieß Ende 2015 zu dem Unternehmen. Berning ist in der Szene kein Unbekannter. 2009 hatte er die Freelancer-Plattform Twago gegründet. Drei Jahre nach dem Start kam es bei Twago ebenfalls zur Insolvenz. Damals hieß es, die Konten eines Investors seien aufgrund einer Steuerprüfung nicht mehr zugänglich. Wenig später firmierte Twago um und sammelte mehr als zwei Millionen Euro ein. Im Jahr 2013 später verließ Berning das von ihm aufgebaute Unternehmen, das ein Jahr später vom niederländischen Personaldienstleister Randstad übernommen wurde.

Wie es mit FromAtoB weitergeht, soll sich am 1. März entscheiden. Der Insolvenzverwalter prüfe derzeit alle Optionen, auch einen möglichen Verkauf an einen Wettbewerber, so CEO Berning. Insgesamt arbeiten derzeit rund 50 Mitarbeiter für das Startup, zehn davon in Aachen, 40 am Standort Berlin. Trotz der Insolvenz seien die Mitarbeiter hoch motiviert, so Berning. Derzeit arbeite man an einer neuen Homepage und einem intermodalen Tool. Damit sollen Reisende ihren Weg über verschiedene Verkehrsmittel hinweg buchen können, beispielsweise könnte eine Kombination aus Bahn und Flugzeug die schnellste und günstigste Verbindung zwischen Hamm (Westfalen) und München darstellen. Auch Konkurrent Qixitt testet derzeit eine intermodale Reiseplanung in einer Betaversion.

Bild: FromAtoB

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