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Berliner Gebrauchtwagen-Startup sammelt 89 Millionen ein

Gemeinsam mit dem globalen Online-Marktplatz OLX will die Frontier Car Group das Geschäft mit gebrauchten Fahrzeugen in Afrika weiter ausbauen.

Es ist die zweite Millionen-Finanzierung für die Frontier Car Group innerhalb eines Monats: In der aktuellen Runde hat sich OLX Ventures mit 89 Millionen Dollar an den Berlinern beteiligt. Der Investmentarm gehört dem globalen und in den Niederlanden ansässigen Online-Marktplatzanbieter OLX Group an. Sie ist Teil des südafrikanischen Medienkonzerns Naspers. Nach eigenen Angaben ist die OLX Group in 40 Ländern aktiv und zählt weltweit rund 330 Millionen Nutzer.

Der neue Investor steigt bei einer Unternehmensbewertung der Berliner Gebrauchtwagen-Plattform von etwa 270 Millionen US-Dollar ein, berichtet die Financial Times (FT). Erst zu Beginn des Monats hat die Frontier Car Group 58 Millionen US-Dollar erhalten. Die letzte Runde wurde von Balderton Capital und TPG Growth angeführt.

Das Startup verkauft seit 2016 gebrauchte Autos in Schwellenländern wie Mexiko, Pakistan, Nigeria, Chile oder Indonesien. Mindestens 2,1 Millionen Fahrzeuge würden jedes Jahr allein in Nigeria mit einem Wert von 12 bis 13 Milliarden US-Dollar verkauft, zitiert die FT den CEO Sujay Tyle. Mit dem neuen Investment sollen die Märkte in Afrika, Lateinamerika und Asien weiter ausgebaut werden, heißt es vom Unternehmen. Aufgrund der Marktpräsenz der OLX Group in Ghana und Kenia werde der Gebrauchtwagenhändler zuerst in diese Länder expandieren. 

Zwei Online-Marktplätze machen gemeinsame Sache

Über die Online-Plattform OLX werden abgesehen von Haushaltsgegenständen und Smartphones bereits Gebrauchtwagen vermittelt. Der Ankaufprozess von Gebrauchten soll nun durch die Berliner vereinfacht werden. Frontier-Kunden können ihr Auto online bewerten lassen, um dann in einer Filiale des Unternehmens ein finales Angebot zu bekommen. Das Startup verkauft das Fahrzeug dann an einen Autohändler weiter und behält eine Handelsmarge. Das Modell hat sich die Frontier Car Group vom erfolgreichen Einhorn Auto1 abgeschaut, das vor allem in Europa aktiv ist.

Auf Ebitda-Basis wolle Frontier bis ins zweite Quartal 2019 profitabel sein, sagte Tyle bei der letzten Finanzierungsrunde. Für dieses Jahr erwartet das Startup 250 Millionen US-Dollar durch die Vermittlung von Fahrzeugen umzusetzen. Tyle ist erst Mitte zwanzig und baute vor seinem Einstieg ins Gebrauchtwagengeschäft bereits zwei Startups mit auf.

Lesetipp: Mit NGIN Mobility hat sich Sujay Tyle im vergangenen Jahr über seine Inspiration durch Auto1 unterhalten.

Bild: Getty Images /Boston Globe 

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