Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Berliner Gründerinnen entwickeln smarten Sitz für Porschefahrer

Neurowissenschaft mit Nutzwert: Ein Vibrationsalarm warnt den Fahrer, wenn er zu schnell in die Kurve fährt. Mit diesem Konzept überzeugte das Startup Ghost nun Porsche.

 

Die Neurowissenschaftlerin Isabella Hillmer und die Ingenieurin Laura Bücheler haben ihr Startup Ghost  im Jahr 2017 gegründet. Das Unternehmen aus Berlin verfolgt das Ziel, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu verbessern. Dabei setzen die Gründerinnen auf eine Technologie, mit der beispielsweise Amputierte eine Prothese fühlen können. Dadurch wird die menschliche Wahrnehmung erweitert.

Im Rahmen des Porsche-Innovationswettbewerbs hat das Siegerteam diese Technologie in prototypisch Porsche-Sitze integriert. Damit spürt der Fahrer durch Vibrationen haptisch im Rücken, wie er sein Fahrzeug am besten und sichersten bewegen kann. „Dabei lernt das Gehirn unterbewusst die Vibrationsmuster", erklärt Gründerin Laura Bücheler. So könne er sein Fahrverhalten optimieren.

Möglich macht dies ein Algorithmus, der die Fahrzeugdaten ausliest, interpretiert und die Vibration auslöst. Damit setzte sich das Team gegen mehr als 150 eingereichte Projekte durch. Die Gründerinnen wollen nun ein Projekt gemeinsam mit dem Porsche Digital Lab starten, um ihre Idee weiterzuentwickeln.

Smarter Handschuh für Amputierte

Zuvor hatten die Forscherinnen mit einem Stipendium der Universitätsmedizin Charité einen smarten Handschuh entwickelt, der es Menschen mit Nervenschäden in der Hand ermöglicht, wieder etwas in ihren Händen zu fühlen.

Die „Porsche Next Open Innovation Competition“ 2019 ist die zweite Runde des offenen Innovationswettbewerbs für digitale Entwicklung, den der Sportwagenhersteller mit dem Berliner Technologie-Startup High Mobility veranstaltet. Gefragt waren Applikationen rund um den Sportwagen der Zukunft. Die Teilnehmer bekamen dafür zwei Monate lang Zugriff auf mehr als 300 Datenquellen und Funktionen eines Porsche-Fahrzeugs, um eigene Anwendungen konzipieren, entwickeln, virtuell präsentieren und testen zu können.

Die Gründerinnen studierten an der Technischen Universität München, entschieden sich dann aber für einen Umzug nach Berlin, wo sie auch ein Exist-Gründungsstipendium erhalten haben. Ausschlaggebend für den Ortswechsel seien die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten in Berlin gewesen, sagt Laura Bücheler.

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Bild: Porsche

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