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Diese Gründerin macht sich für nachhaltige Mobilität stark

Weiblich, umweltbewusst, zielstrebig: Die überzeugte Veganerin Navina Pernsteiner ist ein neuer Typ in der Autobranche. Die Gründerin von Sono Motors im Porträt.

Quereinsteiger sind in der Automobilbranche unüblich, Gründerinnen eine Seltenheit. Auf Navina Pernsteiner trifft beides zu. Dabei hatte die überzeugte Veganerin nach ihrem Kommunikationsdesign-Studium noch keine konkrete Vorstellung, wo ihre berufliche Laufbahn hingeht. Nur nachhaltig und sozial orientiert sollte es sein, sagt sie. Dass es sie ausgerechnet in die Autobranche verschlagen würde – damit hatte die damals 26-Jährige am wenigsten gerechnet. Das änderte sich recht schnell, als sie in ihre neue Münchner WG zog.

Eine beiläufige Bemerkung ihres neuen Mitbewohners habe sie während eines Abendessens hellhörig gemacht, erinnert sich die 29-Jährige. Ihr heutiger Mitgründer Laurin Hahn erzählt ihr davon, dass er mit seinem Schulfreund in einer Garage an einem eigenen Elektrofahrzeug tüftelt. Die Idee: Das Fahrzeug lädt sich über Solarzellen wieder auf. An einen funktionierenden Prototypen war zu der Zeit längst nicht zu denken. Es fehlte schlichtweg das Geld für die Entwicklung. Doch Pernsteiner hatte einen Plan.

Heute teilt die 29-Jährige nicht nur den veganen Speiseplan mit ihrem Mitbewohner, sondern auch das Büro von Sono Motors – gemeinsam mit 25 weiteren Mitarbeitern. Ende Juli hat die junge Gründerin den ersten fertigen Prototypen in München präsentiert. Zur gleichen Zeit bekam das Startup seine erste Finanzierung von mehreren mittelständischen Investoren.

Die Auslieferung der Fahrzeuge soll im Frühjahr 2019 starten. Pernsteiner kümmerte sich um die Corporate Identity des Projekts. Texte wurden geschrieben, Bilder und Videos zu dem noch nicht existierenden Fahrzeug produziert. Mit dem Material setzte sie schließlich eine Crowdfinanzierungs-Kampagne auf. 2016 geht das frisch gegründete Startup Sono Motors an die Öffentlichkeit. Mit Erfolg. Fast 750.000 Euro kommen von 1700 Kleininvestoren zusammen. Dabei war die Idee eines Solarautos gar nicht neu, gesteht Pernsteiner. Große Autohersteller wie Tesla experimentieren schon länger mit ähnlichen Konzepten.

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Statt eines starken Motors und viel Ausstattung wird bei dem Startup nur auf das Nötigste für den Stadtverkehr gesetzt. Mit einer Reichweite von 250 Kilometern soll der Sion von Anbeginn als Sharing-Fahrzeug konzipiert werden. Über die mitgelieferte App kann der Fahrer Car- und Ride- sharing anbieten. Geladen wird das Fahrzeug über die normale Steckdose und über Sonnenenergie. Über den Akku des Fahrzeugs können andere elektrische Geräte betrieben werden – Energierückgewinnung heißt das Prinzip dahinter, sagt Pernsteiner.

Ihre Rolle als Gründerin ist klar: Die Männer kümmern sich um die Entwicklung des Fahrzeugs, sie übernimmt den kreativen Part. 50 Prozent des bisherigen Erfolgs sei dabei ihrem Marketing zu verdanken. Das sagt sie, ohne großspurig zu wirken. Ihre ruhige Art zu sprechen und die vegane Lebensweise zeigen einen neuen Typus in der Automobilbranche: weiblich, umweltbewusst und zielstrebig.
Dieser Text erschien zuerst im neuen NGIN-Mobility-Printheft. Hier geht es zum Magazin!

Bild: Marco Weimer für NGIN Mobility; Video: Jana Kugoth und Marco Weimer

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