Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Erste Schnell-Ladestation für Elektro-Linienbusse in Berlin

Die Einführung von E-Bussen ist nicht nur eine Frage der Fahrzeuge. Die Infrastruktur spielt eine ebenso große Rolle. Die BVG erprobt eine neue Technik.

Berlin hat einen weiteren Meilenstein für einen emissionsfreien Nahverkehrs erreicht. Auf dem Euref-Campus wurde die erste Schnell-Ladestation für elektrisch betriebene Linienbusse eröffnet. Die Verkehrsbetriebe BVG, die Technische Universtät (TU), der Technologiekonzern Siemens und das Unternehmen Schneider Electric wollen dort die Ladetechnik für Busse im Rahmen eines Forschungsprojekts erproben. Es wird vom Bundesforschungsministerium mit 9,5 Millionen Euro unterstützt.

Die Station leistet 150 Kilowatt. Der Busfahrer startet den Ladevorgang per WLAN. Er parkt das Fahrzeug unter dem Stromabnehmer. Wenn er die Handbremse betätigt, senkt sich der Ladearm und der Ladevorgang beginnt automatisch. Beim Lösen der Bremse werden Ladearm und Bus voneinander getrennt.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Das System ist für Haltestellen gedacht, an denen der Bus genug Energie tanken kann, um die nächste Station zu erreichen. Doch die Idee geht noch weiter: Gemeinsam mit einem Projektpartner wird ein Smart Grid erprobt – also ein vernetztes Energiemanagement. So kann elektrische Energie bei Bedarf auch in das Stromnetz eingespeist werden.

Die dänische Verkehrsbehörde hat 40 solcher Ladestationen bestellt

Damit soll untersucht werden, ob elektrisch angetriebene Fahrzeuge auch zu einer stabilen Energieversorgung beitragen können, indem sie in Zeiten eines Stromüberangebots geladen werden und in Zeiten Strommangels Energie abgeben. Professor Dietmar Göhlich (TU Berlin) sieht darin einen „Meilenstein zur intelligenten Integration von elektrifizierten Busflotten in die Stromnetze der Zukunft“.

In Dänemark ist man bereits weiter als in Berlin: Dort hat Siemens einen Rahmenvertrag mit der staatlichen Verkehrsbehörde Movia für die Lieferung von 40 solcher Stationen unterzeichnet. Kommunen in der Hauptstadtregion haben dort den Plan, bis zum Jahr 2030 eine CO2-neutrale Busbeförderung für 215 Millionen Fahrgäste pro Jahr aufzubauen.

Die Ladestationen können von Bussen unterschiedlicher Hersteller genutzt werden und unterstützen eine internationale Norm (ISO 15118). Mehrere Buslinien in Hamburg, Schweden, Norwegen und Kanada sind bereits mit dieser Ladetechnologie ausgestattet.

Bild: Siemens

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain