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Probleme mit der Bremse: Lime pausiert E-Scooter-Verleih in der Schweiz

Das US-Startup muss seine gesamte Schweizer Flotte überprüfen. Nutzer hatten berichtet, die Roller hätten bei voller Fahrt von alleine gebremst.

Seit einem Dreivierteljahr stehen die Elektro-Tretroller von Lime in der Schweiz – nun musste das US-Startup seine Flotte wieder einziehen. Der Grund sind technische Probleme: Nutzer der Roller berichteten, während der Fahrt sei erst die Tacho-Anzeige erloschen, dann habe die Vorderbremse bei vollem Tempo selbstständig angezogen. In mehreren Fällen soll der Defekt zu Unfällen geführt haben, schreibt das Magazin Watson.

Lime hat inzwischen sämtliche Roller aus dem Verkehr genommen. 300 E-Scooter standen seit April in Zürich, weitere 250 seit Oktober in Basel. Nun würden die Fahrzeuge technischen Prüfungen unterzogen, heißt es in einer Mitteilung, die das Unternehmen an seine Nutzer versandte. Noch ist die Ursache des Defekts dem Schreiben zufolge nicht geklärt. „Nach ersten Hinweisen prüfen wir derzeit, ob ein Software-Update während der Fahrt einen Neustart auslösen und den Diebstahlschutz auslösen könnte.“ Auf Nachfrage von Gründerszene sagte ein Lime-Sprecher, es gebe noch keine Neuigkeiten zu dem Fall.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lime Probleme mit seinen E-Rollern hat. Im Sommer vergangenen Jahres zog das Startup in den USA 2.000 Roller ein, da sich ihre Akkus als leicht entflammbar herausstellten. Wenig später nahm Lime seine Scooter wegen Defekten an den Vorderrädern auch in Zürich von den Straßen. Die Mängel betrafen Roller des chinesischen Herstellers Okai. Sie wurden durch Modelle der Firma Segway ersetzt.

Trotz technischer Probleme finanzieren Investoren Lime mit gigantischen Summen. Insgesamt 397 Millionen Euro (455 Millionen US-Dollar) sammelte das Startup laut Crunchbase seit der Gründung 2017 ein. Im Geschäftsjahr 2018 schrieb Lime hohe Verluste: Allein im Oktober sollen sie bei 23 Millionen Dollar gelegen haben. 

Rollerdienst Lime schreibt monatlich Millionenverluste

Das aggressive Wachstum von Startups kann Millionen verschlingen. Das bekommt die boomende Branche der Scootersharingdienste zu spüren.

Bild: Getty Images / Chesnot / Kontributor

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