Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

Die Lufthansa entwickelt einen digitalen Zwilling für Flugzeuge

Mit dem Aviatar soll die Wartung der Maschinen effizienter werden. Auch in der Zusammenarbeit mit Startups sieht der Technik-Chef großes Potenzial.

Die Luftfahrtbranche will sich unterhalten – und zwar über Digitalisierung. Dazu hat der Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie in ein Hotel am Berliner Gendarmenmarkt geladen. Hier findet an diesem Donnerstag im Juni das zweite Mal die Veranstaltung „AeroSpace Insights“ statt. Der Titel dieses Mal: „Digitale Pioniere: Die Luftfahrtindustrie erfindet sich neu“.

Wenn es um das Thema Digitalisierung geht, sparen Unternehmen und Verbände nicht mit großen Worten. Und auch die Luftfahrt macht hier keine Ausnahme. Darum heißt es auch hier: Der neue „Rohstoff“ seien die Daten, mit deren Hilfe die Branche „revolutioniert“ und die „Prozesse effizienter“ gemacht werden sollen, was sind unterm Strich „wirtschaftlich auszahlen” solle.

Dafür hat „Lufthansa Technik“ beispielsweise einen digitalen Zwilling von allen Flugzeugen entwickelt, wie Johannes Bußmann, einer der insgesamt drei geladenen Luftfahrtexperten, erzählt. Bußmann ist CEO von Lufthansa Technik. Das Konzept des digitalen Zwillings wird auch in vielen anderen Industrien als neuer Standard gehandelt und kommt in einigen Bereichen bereits zur Anwendung.

 

Für den sogenannten „Aviatar“ wird das Flugzeug in all seinen Komponenten – von der Leselampe bis zur Schraube am Triebwerk – digital nachgebildet und mit dem echten Flugzeug vernetzt. Die echte Maschine wird dafür mit Sensoren und anderen Messeinrichtungen ausgestattet, sodass die Informationen über die Teile in Echtzeit an den digitalen Doppelgänger gesendet werden können. Eine Lufthansa-Mitarbeiterin erklärt den Vorteil des Systems: „Wir können permanent sehen, in welchem Zustand das Flugzeug und seine Komponenten gerade sind”, sagt sie. Wie bei einer Ampel symbolisiere die Farbe grün „alles okay“, gelb deute darauf hin, dass etwas im Argen liege, bei rot hieße müsse gehandelt werden. Mit dem System könne auch eine Störung erkannt werden, bevor sie tatsächlich auftrete. Vorausschauende Wartung oder Predictive Maintenance heißt das im Fachjargon.

Allerdings gibt es beim Einsatz der Plattform noch einiges zu klären. Zum Beispiel, wem die Daten, die dabei ausgewertet werden, eigentlich gehören, erklärt der Lufthansa-Technik-CEO im Video-Interview mit NGIN Mobility und Gründerszene. Bußmann sieht für die Branche großes Potenzial in neuen Technologien. Er weiß aber auch: „Bei der Digitalisierung der Prozesse steht die Branche noch ganz am Anfang.“ Aus diesem Grund setzt er auf die Mitarbeit von Startups. Unzählige Jungunternehmer hätten bereits bei ihm angeklopft: „Die hatten Ideen im Gepäck, auf die wir selbst gar nicht gekommen wären.”

Bild: Lufthansa

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