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Mobilitätsbudget für Mitarbeiter als Steuersparmodell

Vom Taxi bis zum E-Tretroller: Das Startup Mobiko automatisiert Steuerersparnisse für Mobilitätsausgaben und verspricht, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer Kosten sparen.

Gehaltserhöhungen haben den Nachteil, dass Unternehmen zwar den vollen Betrag zahlen müssen, am Ende des Monats aber abzüglich Steuern nur erschreckend wenig für die Arbeitnehmer übrig bleibt. Immer mehr Firmen suchen darum nach alternativen Anreizen, damit beide Seiten profitieren können. Das Startup Mobiko setzt ähnlich wie die Essensmarken-App Hrmony (ehemals Lunchio) auf Steuerersparnisse – jedoch mit Fokus auf Mobiltätsausgaben.

Darunter fällt zum Beispiel die Nutzung von Bus und Bahn, unterschiedliche Sharing-Dienste, Taxi-Fahrten oder auch Flüge. Was genutzt werden kann, ist flexibel konfigurierbar. Über die Höhe des Mobilitätsbudgets entscheidet der Arbeitgeber. „Wir arbeiten mit Steuerberatern zusammen. Aus dem gesammelten Know-how haben wir eine Künstliche Intelligenz gebaut“, erklärt Mitgründer Andreas Reichert gegenüber Gründerszene und NGIN Mobility. Auch Fahrradzubehör falle beispielsweise unter angrenzende Mobilitätsdienstleistungen, die abgesetzt werden können. Es lassen sich unterschiedliche Steuertöpfe anzapfen, sagt der Gründer. „Wir wissen, welche Mobilität genutzt wird und ob es eine Arbeitsstrecke ist oder eine private Reise.“

Unterstützung von Audi

Der Arbeitnehmer sieht in der App, welches Budget ihm für welche Services monatlich zur Verfügung steht. Er muss lediglich per Kamera die Rechnungen einscannen oder die Quittung als PDF schicken. Die Abrechnung erfolgt dann vollautomatisch. Das versprechen zumindest die Macher. „Im Durchschnitt kommt durch unser Verfahren bis zu 48 Prozent mehr auf dem Gehaltszettel heraus als bei einer Bruttolohnerhöhung“, so Reichert. Dies habe die Testphase gezeigt, die seit Anfang des Jahres abgeschlossen ist.

Mobiko ist 2018 als Spin-off aus dem Company Builder Mantro hervorgegangen. Unterstützung gab es von Audi Business Innovation. Aus dem Audi-Team sind Nicola Büsse und Franziska Mayr mit als Co-Founder eingestiegen. Im Juni dieses Jahres fand dann die Umfirmierung zur Mobiko GmbH statt. Das Startup ist gleichzeitig mit einer mittleren Millionen-Finanzierung der Audi Business Innovation gestartet. Wie viele Kunden das Startup bereits bedient, will Reichert nicht verraten. Nur so viel: Etwa 75 Prozent der anfänglichen Pilotkunden hätten sie auch als reguläre Kunden gewinnen können.

Geld verdient das Startup über ein monatliches Subscription-Modell. Das Preismodell hängt von der Anzahl der Arbeitnehmer ab und beginnt nach Angaben von Mobiko bei 5,90 Euro pro Mitarbeiter. Allerdings betrifft das Firmen mit 250 oder mehr Angestellten. Kleinere Unternehmen liegen schon mal schnell bei neun Euro pro Kopf. Vergleichbare Mobilitätsbudgets bieten beispielsweise Everride, Belmoto oder Xximo.


Bild: Mobiko; Der Artikel wurde nachträglich angepasst

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