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Vom Rennfahrer zum Umweltschützer? Nico Rosberg gründet Greentech-Festival

Es ist kurz vor zwölf, sagt Ex-Rennfahrer Nico Rosberg. Der Investor setzt sich für Nachhaltigkeit ein und wirbt mit dem Greentech Festival für diese Idee.

Weltmeister, Investor – und jetzt Gründer. Nico Rosberg bringt im Mai das Greentech-Festival nach Berlin. Bei dem Event auf dem Flughafen Tempelhof wird es um grüne Mobilität, nachhaltigen Konsum und einen zukunftsfähigen Lebensstil gehen. „Wir müssen alle zusammen anpacken. Denn es sieht nicht gut aus für unseren Planeten“, sagt der zum Vertreter der Nachhaltigkeit geläuterte Rosberg.

Gründerszene sprach mit dem 33 Jahre alten Entrepreneur über die drängenden Fragen der Zeit, seine Investments, die Mobilitätswende – und natürlich das Festival, bei dem mehr als 50.000 Besucher erwartet werden.

Gründerszene: Herr Rosberg, als Rennfahrer haben Sie Weltrekorde gefahren, 2016 Ihre Karriere beendet und begonnen, in Startups zu investieren. Und jetzt sind Sie unter die Gründer gegangen. Wie kam es dazu?

Nico Rosberg: Ich habe immer diesen Traum gehabt. Jetzt ist es soweit, dass ich nach vielen Investments das erste eigene Startup ins Leben rufe – das Greentech-Festival. Es wird ein Riesenevent zusammen mit der Formel E vom 23. bis 25. Mai auf dem Flughafen Tempelhof. Es geht darum, eine globale Plattform für grüne Technologien vorzustellen. Wir erhoffen uns, Menschen von Zukunftstechnologien zu begeistern und damit eine positive Bewegung – einen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit – in Gang zu setzen. Besonders Gründer sind herzlich willkommen.

Wie groß wird das Festival?

Wir erwarten insgesamt 50.000 Besucher – aber das ist eine konservative Schätzung. Für die Konferenz planen wir mit 800, für die Awards mit 1000 Gästen.

Wie kam es zu der gemeinsamen Gründung mit Marco Voigt und und Sven Krüger?

Wir haben uns kennengelernt, weil ich 2018 den GreenTec-Award für meine Aktivitäten im Bereich der Mobilität gewonnen habe. Nach einem gemeinsamen Dinner war ganz klar: Es muss weitergehen. Da haben wir beschlossen: Das machen wir jetzt und bringen das Ding zum Fliegen.

Geht es dort ausschließlich um Mobilität?

Wir zeigen nicht nur grüne Zukunftstechnologien im Bereich Mobilität, sondern auch Energie und Lifestyle. Die neuesten Food-Trends sind auch ein Riesenthema. Es hat zum Beispiel einen großen Impact, wenn wir alle unseren Fleischkonsum reduzieren.

Aber vor allem wollen Sie Menschen für die Mobilitätswende begeistern. Worauf kommt es dabei an?

Viele Menschen haben noch nie ein Elektroauto gefahren und wissen überhaupt nicht, wie das ist. Sie haben Vorurteile. Ich hatte das auch. Aber ich weiß jetzt, wie cool es ist. Wir wollen erreichen, dass endlich mehr Menschen mit diesen neuen grünen Technologien in Berührung kommen, dem heißesten Zeug, das es da draußen gerade gibt. Uns geht es darum, dass sie diese neuen Möglichkeiten schätzen lernen und in ihrem Alltag integrieren. Diesen Prozess zu beschleunigen, ist unser Anliegen.

Sie haben das Weltwirtschaftsforum in Davos besucht. Welche Botschaft bringen Sie von dort mit?

Es ist kurz vor zwölf. Wir müssen alle zusammen anpacken. Denn es sieht nicht gut aus für unseren Planeten. Wir müssen jetzt Gas geben. Sonst wird es exponentiell schwieriger für uns, das nachzuholen. Deshalb ist es genau die richtige Zeit für unser Greentech Festival.

Von Davos nach Tempelhof – was werden wir dort erleben?

Man muss das Thema in seiner Vielfalt angehen. Anders als in Davos. Da sitzen die Spitzen in einem geschlossenen Raum, und die Menschen da draußen, die auch eine riesige Macht haben, kriegen davon nichts mit. Man muss das Thema breit angehen und greifbar machen. Deshalb ist die Vielfalt des Festivals und der Konferenz das ganz Entscheidende – so machen wir das Thema auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Sie planen ja nicht nur das Festival, sondern bauen gemeinsam mit dem Technologiekonzern Schaeffler auch ein Elektroauto.

Elektromobilität ist meine große Leidenschaft geworden. Deshalb will ich einen großen Beitrag leisten. Vor zwei Jahren habe ich das von meinem Vater gegründete Engineering-Unternehmen TRE übernommen. Auf der CES in Las Vegas haben wir jetzt den Schaeffler Mover präsentiert. Wir haben das Fahrwerk des Mover mit entwickelt. Darauf sind wir sehr stolz.

Wann kommt der Mover auf den Markt?

Das haben wir noch nicht entschieden. Die nächsten Schritte sind noch nicht komplett festgelegt. Ich glaube, dass sich Schaeffler auf das Chassis fokussieren wird. Jeder kann das dann kaufen und darauf stellen, was er will. Das macht auch am meisten Sinn. Denn die Aufbauten sind total flexibel.

Glauben Sie, dass die Fahrzeuge der Zukunft multifunktional sein werden?

Das ist ein Weg. Aber es ist schwierig, das Ganze vorherzusehen. Wenn man es schafft, modulare Plattformen zu bauen, dann ist das eine gute Strategie. Ich bin gespannt. Es wird auf jeden Fall eine Riesendisruption, auf die wir uns alle sehr freuen können.

Sie haben ja unter anderem beim Flugtaxi-Unternehmen Lilium und beim Geocode-Startup What3Words investiert. Was planen Sie als Nächstes?

Ich habe gerade zwei gute Investments auf Lager – zum Beispiel E-Floater. Ich hoffe, dass die Regulierung für diese Fahrzeuge bald steht. Das ist eine große Chance.

Auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere haben Sie die Formel 1 aufgegeben. Von welchen Erfahrungen aus dieser Zeit profitieren Sie heute als Investor und Gründer ganz besonders?

Die Entscheidungsgeschwindigkeiten. Aktionen zu machen und nicht nur zu reden, Sachen umzusetzen. Das habe ich in der Formel 1 gelernt, und das nehme ich in die Business-Welt mit. Das ist eine Stärke, die ich einbringen kann – auch beim Greentech Festival. Let’s do it: Let’s celebrate change!

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Bild: Getty Images / Marco Canoniero 

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