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Energie-Speicher soll Batterien von Elektroautos in 15 Minuten aufladen

Ein Kriterium für den Erfolg der Elektromobilität ist die Ladeinfrastruktur. Ein neuer Pufferspeicher soll künftig den Fahrern von Elektroautos schnelles Laden ermöglichen.

Der italienische Technologiekonzerns Nidec will mit seiner Ladestation Elektroautos in weniger als 15 Minuten aufladen. Er hat jetzt den Prototypen eines neuen sogenannten Pufferspeichers präsentiert.

Die Ladestation von Nidec selbst hat einen Energiebedarf von 50 Kilowatt und ermöglicht dank eines eingebauten Batteriespeichers die Versorgung eines Fahrzeugs mit einer Leistung von 320 Kilowatt. Damit kann sechs Mal mehr Energie in die Batterie des Elektroautos fließen als bei einem direkten Anschluss des Autos ans Stromnetz. Der Speicher wird aufgeladen, so lange kein Auto angeschlossen ist. 

Zum Vergleich: Teslas Schnellladestationen („Supercharger“) werden mit einer Spitzenleistung von 145 Kilowatt pro Ladesäule betrieben und laden die Batterie eines Model S in 40 Minuten zu 80 Prozent und in 75 Minuten vollständig. Die Ladestationen des Joint Venture Ionity von mehreren Autoherstellern ermöglichen Ladeleistungen von bis zu 350 Kilowatt.

Autos erreichen mit der neuen Technologie von Nidec nach eigenen Angaben in weniger als 15 Minuten eine Leistungsfähigkeit von 80 Prozent und eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. An die Station können zwei Fahrzeuge parallel oder drei in der Folge aufgeladen werden. Mit dem Puffer lassen sich Leistungsausfälle im Netz kompensieren sowie Energie aus Photovoltaik oder Windkraft zwischenspeichern. Das schnelle Laden habe keine negativen Auswirkungen auf den Lebenszyklus von Batterien, heißt es von Nidec auf Nachfrage von NGIN Mobility. 

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Warnung vor Energie-Blackout

Zuletzt warnte die Studie einer Unternehmensberatung vor einem Blackout des Stromnetzes durch Elektromobilität ab 2032. Sie rät den Betreibern von Stromnetzen, bei ihren Kunden für flexible Ladezeiten zu werben. 

Nidec will mit seiner Technologie den Grundstein für die Verbreitung der Elektromobilität in Italien legen. Sie führt dort derzeit noch ein Nischendasein mit Zulassungsraten von jeweils 0,1 Prozent für Stromer und Hybride.

Der Konzern plant ein verstärktes Engagement im Bereich Elektromobilität. Im vergangenen Januar hat Nidec ein Joint Venture mit der PSA-Gruppe (Peugeot) für die Herstellung von 900.000 Elektromotoren pro Jahr mit einer Investition von 200 Millionen Euro angekündigt. 

Bild: GettyImageS /Sean Gallup

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