Trends, Innovationen und Digitales aus dem Mobilitätsbereich

In den Wasserstoff-Trucks von Nikola Motors steckt deutsche Technologie

Der Techologiekonzern Bosch unterstützt kalifornische Gründer bei der Entwicklung der elektrischen Schwerlaster – und tritt damit in den Wettbewerb mit Tesla.

Es ist ein Angriff auf die Semi-Trucks von Tesla: Der Elektrotruck-Pionier Nikola aus den USA und Bosch treiben gemeinsam die Brennstoffzellen-Technologie voran. Die Nikola Motor Company zeigte jetzt auf ihrer Hausmesse im US-Bundesstaat Arizona fünf Fahrzeugkonzepte, darunter den gemeinsam mit Bosch entwickelten wasserstoffbetriebenen Schwerlaster Nikola Two.

Brennstoffzellen erzeugen Strom durch eine chemische Reaktion aus Wasserstoff und Sauerstoff. Dieses Verfahren ist emissionsfrei, sofern der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Trucks mit Brennstoffzellenantrieb haben gegenüber batteriebetriebenen Lkw den Vorteil einer höheren Reichweite und einer höheren Nutzlast, weil auf einen tonnenschweren Akku verzichtet werden kann. 

Zentralcomputer von Bosch

200.000 Stunden haben Ingenieure von Bosch und Nikola in die Entwicklung des Fahrzeugs gesteckt, heißt es. Die Stuttgarter haben für diese Entwicklungszusammenarbeit mehrere Innovationen geliefert, um den Brennstoffzellen-Lkw unter Strom zu setzen: das Lenksystem mit Spurhalte-, Brems- und Seitenwind-Assistenten und das zentrale elektronische Steuergerät. Dabei handelt es sich um einen Computer, dessen Software die Fahrzeugelektronik steuert, updatet und aus der Ferne überwacht. Ferner kommen Videosensoren, die Außenspiegel ersetzen, sowie eine schlüssellose Verriegelung von Bosch.

Nikola glaubt an die Zukunft der Brennstoffzelle, will diese aber nicht beim schwedischen Anbieter PowerCell kaufen, wie jetzt bekannt wurde. Die vorgeschlagenen Geschäftsbedingungen der Amerikaner seien „völlig inakzeptabel“ gewesen und deshalb abgelehnt worden, schreibt Per Wassén, CEO von PowerCell. Nikola habe daraufhin die Zusammenarbeit bei der Serienproduktion eingestellt. Die Brennstoffzellen-Elemente der Prototypen stammen noch von PowerCell und wurden von Bosch zusammengebaut. 

Das mit mehr als 200 Millionen US-Dollar ausgestattete Mobilitäts-Startup will seinen Brennstoffzellentechnologie nun offenbar selbst entwickeln. Vor einem Monat bestellten die Amerikaner Labortechnologie für 16 Millionen US-Dollar für ihr eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Dem Wasserstoff gehört die Zukunft der Elektromobilität

Fast geräuschlos und emissionsfrei gleitet der GLC F-Cell durch der Verkehr. Nur der Verdichter summt. So klingt die Zukunft der Mobilität. Gedanken nach einer Fahrt.

Das 2015 gegründete Startup befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Angaben zufolge liegen dem Unternehmen aber bereits 13.000 Bestellungen für die bis zu 1.000 PS starken Trucks vor – darunter allein 800 vom Brauerei-Konzern Anheuser-Busch (Budweiser). Speziell für den europäischen Markt entwickelt das Startup den „Nikola Tre“ mit einer Reichweite zwischen rund 800 und 1.200 Kilometer. Das Betanken des Fahrzeugs mit Wasserstoff soll weniger als 15 Minuten dauern.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!

Bild: Nikola

Folge NGIN Mobility auf:

In Kooperation mit
amplifypixel.outbrain