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US-Supermarkt Kroger kooperiert mit fahrerlosem Liefer-Startup Nuro

Die Kette will damit Bestellungen noch am selben Tag ausfahren. In den USA scheint man sich sicher zu sein: Der Einkauf der Zukunft wird fahrerlos geliefert.

Der US-Supermarkt Kroger arbeitet an der Automatisierung seiner Logistikabläufe. Erst im März hatte das Unternehmen gekannt gegeben, in das britischen Tech-Unternehmen Ocado zu investieren und dessen automatische Lagerinfrastruktur zu nutzen. 20 vollautomatische Logistikzentren mit Robotern von Ocado sollen in den nächsten drei Jahren entstehen.

Doch Logistik endet im Zeitalter der Essenslieferungen ja nicht an der Ausfahrt des Lagers. Mit einer neuen Kooperation will Kroger die Einkäufe vollautomatisiert bis vor die Tür der Endkunden transportieren.

Zu diesem Zweck hat Kroger nun eine Zusammenarbeit mit Nuro vereinbart. Das 2016 in San Francisco gegründete Startup stellt fahrerlose Lieferautos her. Das erste Modell, das wohl auch von Kroger genutzt wird, ist auf den Transport von Einkäufen des täglichen Bedarfs zugeschnitten. Es ist ungefähr halb so groß wie ein Toyota Corolla und deutlich schmaler. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 mph (etwa 40 km/h). Das Pilotprojekt mit Kroger soll im Herbst starten. In wie vielen der 35 US-Bundesstaaten, in denen Kroger vertreten ist, der Lieferservice mit Nuro angeboten wird, haben beide Firmen noch nicht verraten.

Dieses Video von Nuro zeigt, wie sich das autonome Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen soll:  

Nuro ist nicht das einzige autonome Fahrzeug, das Supermarkt-Einkäufe zum Kunden bringen soll. Auf der diesjährigen CES hat das Startup Robomart seinen mobilen Supermarkt präsentiert. Er kommt ebenfalls ohne Fahrer aus und ähnelt dem Modell von Nuro auch optisch. Robomart liefert allerdings nicht die Bestellungen bei anderen Händler aus, sondern ist selbst der Supermarkt. Das Fahrzeug registriert, welche Waren der Kunde entnimmt und schickt ihm anschließend per App eine Rechnung.

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Der Kampf um den besten Lieferservice ist bei den Supermarktketten der USA in vollem Gang. Alle Händler scheinen sich einig zu sein, dass nur derjenige gut für die Zukunft gerüstet ist, der über einen schnellen Lieferdienst verfügt. Amazon Fresh, Albertsons, Walmart und Target arbeiten ebenfalls alle daran, Bestellungen innerhalb von zwei Stunden nach dem Kauf liefern zu können, oder haben bereits entsprechende Modellversuche gestartet. 

So soll das Fahrzeug von Nuro mit Einkäufen gefüllt werden.

So soll das Fahrzeug von Nuro mit Einkäufen gefüllt werden.

Doch nicht nur die Supermarktketten selbst, sondern auch Delivery-Startups arbeiten an der Lieferung mit autonomen Fahrzeugen. Das Startup Postmates des deutschen Gründer Bastian Lehmann etwa arbeitet mit Ford zusammen an einem solchen Auto. Und ebenso wie der Lieferdienst Instacart kooperiert auch Postamtes mit Startups, die kleine Liefer-Roboter herstellen, wie zum Beispiel Robby. Das ist wohl auch nötig: Die jüngste Kooperation der größten US-Supermarktkette mit Nuro ist ein deutliches Zeichen, dass bei den Food-Lieferungen langfristig auf fahrerlose Systeme gesetzt wird.

Bild: Screenshot YouTube / Nuro

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