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Nach der Pleite – was mit den Obike-Leihrädern nun passiert

Für die Behörden ist der Leihradanbieter nicht mehr erreichbar. Die Stadt Frankfurt will defekte Bikes nun verschrotten, in Hamburg hat man andere Lösungen gefunden.

Noch immer weiß niemand, wie es mit Obike in Deutschland weiter geht. Mitte Juli hatte der Leihradanbieter aus Singapur Meldungen dementiert, nach denen sich das Unternehmen aus dem europäischen Markt zurückzieht (NGIN Mobility berichtete). Doch offenbar geht der Ärger um das Pleite-Unternehmen weiter. Nach wie vor stehen Hunderte silber-gelbe Bikes in deutschen Städten. Das Unternehmen ist aber für die Behörden nicht erreichbar.

Die Stadt Frankfurt verliert nun die Geduld – und will einige Fahrräder verschrotten, wie Bild berichtet. Trotz einer Fristverlängerung bis Ende Juli habe der Anbieter aus Singapur nicht auf die Post aus dem Verkehrsdezernat reagiert, zitiert die Zeitung einen Behördenmitarbeiter. Derzeit sei noch nicht mal klar, ob die Firma noch Eigentümer der Räder sei, heißt es weiter. Jetzt will Frankfurt Obike eine Frist setzen. Defekte Räder sollen ab sofort vom Ordnungsamt markiert und nach Ablauf der Frist verschrottet werden.

Knapp 70 Euro für ein silber-graues Bike

In Hamburg werden die Bikes derweil zum Verkauf angeboten. Dort hatte Obike 10.000 Räder in einer Lagerhalle deponiert, hatte seinen Service aber nie in der Stadt gestartet. Besitzer der Lagerhalle ist Harald Ploß. Er will die Räder nun endlich loswerden. Zwischenzeitlich hatten die Obikes laut Hamburger Morgenpost (Bezahlschranke) mehrfach den Besitzer gewechselt. Mittlerweile gehören sie einem Unternehmer namens Osman Tazik, schreibt die Hamburger Morgenpost. Er habe sich mit einem Kaufvertrag ausgewiesen und auch die Miete für die Lagerhalle bis Ende August bezahlt. 6.000 Räder seien mittlerweile an ein norwegischen Unternehmen gegangen, 3.800 Räder stünden zum Verkauf. Für 69 Euro das Stück. Die restlichen 200 Fahrräder darf Lagerhallenbesitzer Ploß nach eigenen Angaben behalten. Sie sollen an Flüchtlingsunterkünfte verteilt werden.

Auch in Berlin stehen noch vereinzelt silber-graue Bikes des Anbieters. Die Behörden in Berlin nehmen die verbleibenden Räder aber weniger als Problem wahr. In der Hauptstadt gebe es derzeit 178 Obikes, sagte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Juli gegenüber NGIN Mobility. „Wenn die Fahrräder entfernt werden müssen, ist das ärgerlich, aber überschaubar. Wir reden hier von 178 Rädern in einer 3,5-Millionen-Stadt.“

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Genutzt werden können die Leihräder aus Singapur allerdings nur noch eingeschränkt. Wer sich heute für die App registrieren will, scheitert, wie ein Test von NGIN Mobility und Gründerszene zeigt. Zwar lässt sich die Anwendung nach wie vor auf das Smartphone laden. Der für die Registrierung nötige vierstellige Code kommt aber nicht an, sodass die Anmeldung nicht abgeschlossen werden kann.

Bild: Getty Images / Morris MacMatzen

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