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So will dieser Gründer sein Parkplatz-Startup groß machen

Sie fahren mit Kunden wie Porsche und BMW schon jetzt einen Millionen-Umsatz ein. Doch dabei soll es nicht bleiben. Das Münchner Startup hat große Pläne.

Anfahren, Auto abstellen, aussteigen. Mit diesem simplen Vorgang kann man Millionen machen. Das haben im letzten Jahr die Übernahmen der beiden Parkplatz-Startups Evopark und Parkpocket gezeigt. Auch das Startup Park Here mischt seit drei Jahren auf dem Markt mit. Nach Aussage von Gründer und CEO Felix Harteneck läuft es gut für das 2015 gestartete kleine Münchner Unternehmen. Mittlerweile liege der jährliche Umsatz im siebenstelligen Bereich, sagt er im Interview mit NGIN Mobility und Gründerszene. 2016 war es noch ein sechsstelliger Betrag.

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Park Here, eine Ausgründung der TU München, setzt auf energieautarke Bodensensoren, die weder gewartet noch geladen werden müssen. Diese streifenartigen Module werden in den Asphalt eingelassen oder aufgeklebt. Wenn ein Auto über den Parkplatz mit den verbauten Sensoren fährt, laden sich die Module selbst wieder auf. Bis zu 25 Jahre soll solch ein Modul halten.

Die Informationen aus den Sensoren werden an eine Basisstation via Funk geschickt. Diese befindet sich im Umkreis von 250 Metern an einer Laterne oder an einem Straßenschild. Über ein Solar-Panel, etwa so groß wie ein Smartphone, wird sie mit Strom versorgt. Die Daten gehen per GPRS an den Server.

Prominente Kunden

Unter den Kunden sind prominente Namen wie Porsche, BMW und MAN. Sie haben ihre Firmenparkplätze mit der digitalen Parklösung ausgestattet. Geld verdient das Startup über die Installation der Sensoren und die Bereitstellung der Software. Gegen eine monatliche Lizenzgebühr übernehme Park Here für die Kunden auch das Management und die Wartung des Systems, sagt Harteneck.

Um schneller wachsen zu können, ist CEO Harteneck zurzeit auf der Suche nach Investoren. Unter Druck fühle er sich dabei nicht: „Derzeit können wir unsere Mitarbeiter aus den Umsätzen finanzieren“, sagt er. Für die Expansion und die Entwicklung neuer Produkte, wie beispielsweise die Zahlungsabwicklung für die Kunden, benötigen wir jedoch externes Kapital“, sagt er im Videointerview und erklärt, wo er den nächsten großen Mobility-Trend sieht:

 

 

Innerhalb des nächsten Jahres will das Unternehmen mit derzeit 20 Vollzeit-Mitarbeitern auf die doppelte Anzahl erhöhen. Harteneck, der direkt nach der Uni zum CEO seines eigenen Unternehmens wurde, weiß: Das ist keine leichte Aufgabe. „Wir brauchen dazu ganz andere HR-Prozesse“, sagt er. Dafür wolle er sich auch Expertise von außen dazu holen. „Ich habe mich schließlich noch nie bei einem großen Unternehmen beworben“, sagt er mit Blick auf seine Gründerkarriere und lacht.

Vom Wein zur Parkplatzsuche

Park Here ist nicht das erste Unternehmen des jungen Gründers. Harteneck, gebürtig aus der Nähe von Freiburg, hat noch vor dem Studium eine Software zur Kostenerfassung für Winzer entwickelt. „Für Winzer sind die Kosten, die sie für eine Flasche Wein aufwenden, sehr unübersichtlich“, sagt er. „Weil die Marktpreise bekannt sind, wissen sie zwar, für wie viel Geld sie für eine Flasche verlangen können“, sagt er. Die Herausforderung aber sei, die tatsächlichen Kosten für die einzelnen Arbeitsschritte zu ermitteln, beispielsweise, wie viel das Personal tatsächlich koste und was die Etikettierung der Flaschen. „Doch das Projekt ist gescheitert“, sagt Harteneck. Zu wenige Winzer hätten für solch eine Software bezahlen wollen. Der junge Gründer glaubt auch zu wissen, warum: Am Ende entscheide im Weingut der Vater oder Großvater, was gekauft wird. Sie seien davon überzeugt gewesen: Was wir bisher nicht gebraucht haben, werden wir auch künftig nicht brauchen. „Der Markt war einfach zu klein.“

Das gilt für den Markt für digitale Parklösungen nicht, so viel steht fest. Das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan prophezeit bis 2025 ein Marktvolumen von 43 Milliarden US-Dollar weltweit.

Bild: ParkHere

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